Aufstrebender Markt : Merz will Freihandelsabkommen mit Afrikanischer Union
Aufstrebender Markt Merz will Freihandelsabkommen mit Afrikanischer Union
14.04.2026, 19:48 Uhr
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Beim Besuch des Präsidenten der Afrikanischen Union spricht sich Friedrich Merz für eine vertiefte Zusammenarbeit aus. Der Bundeskanzler will perspektivisch ein umfassendes Freihandelsabkommen schließen. Vor allem in einem Sektor biete der Kontinent großes Potenzial.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat für eine Freihandelszone der EU mit der Afrikanischen Union (AU) plädiert und davor gewarnt, den Kontinent mit riesigen Wachstumschancen zu vernachlässigen. „Als Europäische Union sind wir der wichtigste Handelspartner und Investor in Afrika mit einem Handelsvolumen von 350 Milliarden Euro“, sagte Merz vor einem Gespräch mit AU-Präsident Mahmoud Ali Youssouf im Kanzleramt in Berlin. „Um noch mehr zu erreichen, ist eben auch eine afrikanische Freihandelszone nötig.“ Perspektivisch müsse es ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der AU und der EU geben.
Der Kanzler verwies darauf, dass Afrika ein aufstrebender Markt mit Wachstumsprognosen von bis zu acht Prozent sei. Deshalb wolle Deutschland die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kontinent vertiefen. Deutschland habe sich lange und erfolgreich für die AU-Aufnahme in die Gruppe der G20 der wichtigsten Industriestaaten weltweit engagiert.
Afrika verfüge über 60 Prozent des weltweiten Solarpotenzials, sagte Merz. Die EU fördere die Energiewende in Afrika deshalb mit mehr als 500 Millionen Euro. Die größere energetische Unabhängigkeit solle afrikanische Länder widerstandsfähiger machen gegen künftige externe Schocks. Er werde mit Youssouf auch über die Probleme reden, die der Iran-Krieg und die steigenden Preise für Öl und Dünger in Afrika auslösen.
Merz sprach sich zudem für zwei ständige Sitze der afrikanischen Staaten im UN-Sicherheitsrat aus. Deutschland bewirbt sich derzeit um einen nicht-ständigen Sitz im höchsten UN-Gremium und kämpft um eine ausreichende Stimmenzahl in der UN-Vollversammlung. Die afrikanischen Länder verfügen über 54 Stimmen in diesem Gremium.
Der Bundeskanzler warnte mit Blick auf den Sudan zudem vor der „größten humanitären Krise der Gegenwart“. „Dort leiden zurzeit über 20 Millionen Menschen an Hunger, das ist fast die Hälfte der Landesbevölkerung“, sagte Merz. Man unterstütze deshalb die Bemühungen der USA, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägyptens um einen Waffenstillstand. Youssouf warnte, dass der Sudan ohne mediale Aufmerksamkeit und die Mobilisierung von Hilfsgeldern seinem Schicksal überlassen werde. Die AU, die Mitgastgeberin der Konferenz im Auswärtigen Amt ist, wolle einen Waffenstillstand erreichen.
Source: n-tv.de