Seenotrettung: Seenotretter zeigen libysche Küstenwache nachdem Schüssen hinauf Schiff an

Wegen des Beschusses ihres Schiffes Sea-Watch 5 hat die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch Strafanzeige gegen die libysche Küstenwache gestellt. Eine libysche Patrouille habe die Besatzung des Schiffes während eines Rettungseinsatzes im Mittelmeer im September 2025 mit scharfer Munition beschossen, erklärte die Organisation am Montag. Die Crew und 66 Gerettete seien in akuter Gefahr gewesen.

Die Anzeige wurde in Hamburg und Rom eingereicht, sagte eine Sprecherin von Sea-Watch gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Man sehe Deutschland und Italien in der Mitverantwortung für den Angriff der libyschen Patrouille.

EU kooperiert mit libyscher Küstenwache

Nach Darstellung von Sea-Watch kam es in der Nacht vom 25. September 2025 zu dem Vorfall. Das Patrouillenboot habe die Sea-Watch 5 zunächst während der Rettung bedrängt und zum Abbruch des Einsatzes aufgefordert. Dann sei ein Schuss abgegeben worden.

Einen Monat davor war die Ocean Viking der Organisation SOS Méditerranée auf ähnliche Weise angegriffen worden.

Italien und die EU arbeiten mit der libyschen Küstenwache zusammen, die zum großen Teil aus Milizkämpfern besteht. Laut den Vereinten Nationen sind Geflüchtete in Libyen Folter, Vergewaltigung und Menschenhandel ausgesetzt.