Presseschau zur Waffenruhe im Iran: „Rückzieher“ oder „taktischer Sieg in letzter Minute“?
Die USA und der Iran haben sich vor dem Ende eines weiteren Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Pakistan trat dabei als zentraler Vermittler auf, am Freitag sollen Gespräche in der Hauptstadt Islamabad beginnen. Die USA wollen eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus, dem stimmte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi offenbar zu. Im Gegenzug sollen alle US-israelischen Angriffe auf den Iran eingestellt werden.
„Zweifellos war es ein taktischer Sieg in letzter Minute“, schreibt die New York Times. Mit der Einigung sei zumindest vorübergehend der Öl-, Düngemittel- und Heliumtransport durch die Straße von Hormus gesichert, was die Märkte beruhigen dürfe. Allerdings sei keine der „grundlegenden Fragen, die zum Krieg geführt hatten“, beantwortet worden.
Der von Trump angekündigte „Regimewechsel“ im Iran sei nicht eingetreten, schreibt auch die britische The Times: „Trump hat sich seit Tagen darauf vorbereitet, den Konflikt zu beenden und die neue Führung im Iran anzuerkennen, was er als ‚Regimewechsel‘ bezeichnet“. Dabei deute alles darauf hin, „dass es sich um eine radikalisierte, militantere Version des Regimes handelt, das vor dem Krieg bestand.“
Es dürfte laut der Neue Zürcher Zeitung schwierig für Trump werden, „am Verhandlungstisch zu erreichen, was er nun im Krieg nicht erreichen konnte“. Trumps „Rückzieher“ mache klar, dass eine Öffnung der Straße von Hormus mit militärischer Kraft quasi nicht zu erreichen sei. Zudem sei das Regime in Teheran weiterhin im Besitz von 400 Kilogramm hochangereicherten Urans.
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