Rente: Daniel Günther verlangt mehr Anerkennung pro Rente mit 70

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat mehr Anerkennung für längeres Arbeiten im Alter gefordert. „Wir brauchen einen Mentalitätswandel“, sagte Günther dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dazu gehören seiner Ansicht nach mehr
Widerstandsfähigkeit, ein besserer Zusammenhalt in der Gesellschaft und eine größere Leistungsbereitschaft.

Günther verwies dabei auf den Beginn des Rentenalters. Für den Erhalt des
Wohlstands brauche es aber Menschen, die bis 70 arbeiten wollten. „Dafür
sollte es mehr gesellschaftliche Anerkennung geben als für den
Vorruhestand“, sagte der Ministerpräsident. Es sei dagegen „gesellschaftlich etabliert, dass man vorzeitig in den
Ruhestand geht oder mit 48 sein Unternehmen verkauft und sein Leben
genießt“. Das sei individuell auch verständlich. Wenn Menschen erschöpft seien, liege das nicht
unbedingt an ihrem Arbeitsleben. Seiner Ansicht nach trügen dazu „die vielen neuen
Ungewissheiten und Unsicherheitsfaktoren“ bei.

Deutsche brauchen „gelassene Alarmbereitschaft“

Dem Gefühl, das alles aus den Fugen gerate, müsse
das positive Zukunftsbild eines widerstandsfähigen Deutschlands in
Frieden entgegengesetzt werden. In von Russland bedrohten Ländern beobachte Günther eine „gelassene Alarmbereitschaft“. Die brauche
Deutschland auch. Die Kriege in Nahost und in der Ukraine sowie die
angespannte Beziehung zu den USA dürften nicht ignoriert werden.

Derzeit steigt das Rentenalter in Deutschland bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre. Wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf früher in den Ruhestand gehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Rentenhöhe nicht an einem festen Renteneintrittsalter, sondern an der Zahl der Arbeitsjahre zu orientieren.

Social Media-Verbot auch für unter 18-Jährige

Mit drastischen Worten bekräftigte Günther außerdem seine Forderung nach einem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, ohne einzugreifen, führt das unsere Gesellschaft in den Abgrund“, sagte er dem RND. Dass man nicht schon vor Jahren gehandelt habe, sei eine „schwere Sünde“. Die jüngere Generation habe inzwischen „erhebliche Schäden“ erlitten, sagte der Politiker. Sucht auslösende Effekte von Social-Media-Apps könnten aber auch für Erwachsene gefährlich sein.

Der Politiker drängte zu Eile: „Jeder Monat, den wir warten, schadet Kindern und Jugendlichen.“ Er könne sich auch ein Verbot für unter 18-Jährige vorstellen. Die Hauptsache sei aber, „dass wir überhaupt etwas machen, und zwar schnell.“ Sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat sei eine Mehrheit für ein Verbot absehbar. CDU und Teile der SPD hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Nutzung von Social Media für Kinder unter 14 Jahren ganz zu verbieten und für Jugendliche Beschränkungen einzuführen.