US-Ölembargo: Kuba setzt Betankung von Flugzeugen offenbar aus

Die kubanische
Regierung setzt wegen der Ölblockade der USA die Betankung von Flugzeugen für
einen Monat aus. Die französische Fluglinie Air France teilte der Nachrichtenagentur mit, die kubanische Luftfahrtbehörde habe sie informiert,
dass ab Dienstag einen Monat lang keine Betankung auf der Karibikinsel mehr
möglich sei. Flugzeuge müssten nach dem Abflug von Kuba anderswo
zwischenlanden, um zu tanken.

Bereits am
Wochenende hatte die Regierung in Havanna drastische Notfallmaßnahmen gegen die
sich verschärfende Energiekrise
angekündigt: In Behörden und Staatsbetrieben gilt
ab jetzt eine Vier-Tage-Woche. Der Bus-, Bahn- und Fährbetrieb wird stark zusammengestrichen,
und an der Universität von Havanna findet 30 Tage lang kaum noch
Präsenzunterricht statt. Auch einige touristische Einrichtungen bleiben
geschlossen. Die Vorgaben sollen sicherstellen, dass der
Kraftstoff auf Kuba für die Stromproduktion und Lebensmittelherstellung reicht.

Mexiko schickt Schiffe mit Hilfsgütern

Mexiko hat
inzwischen zwei Schiffe mit 814 Tonnen Hilfsgütern nach Kuba entsandt. Die
beiden Schiffe hätten Milch, Milchpulver, Fleisch, Bohnen, Reis und
Hygieneartikel an Bord, teilte das mexikanische Außenministerium mit. Sie seien
am Sonntag ausgelaufen und würden in vier Tagen ankommen. Weitere 1.500 Tonnen
Hilfsgüter sollen den Angaben zufolge noch verschifft werden.

Ende Januar, nach
der Verschleppung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch das
US-Militär, hatte US-Präsident Donald Trump auch den wirtschaftlichen Druck auf
Kuba erhöht. Staaten, die Erdöl an das Land liefern, drohte er in einem Dekret
mit zusätzlichen US-Zöllen. Zuvor hatte er eine vollständige Blockade
sanktionierter Öltanker
aus Venezuela verhängt. Seitdem erhält Kuba kein Öl
mehr aus Venezuela, von denen die Insel bislang stark abhängig war.

Die mexikanische
Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, es liefen „diplomatische
Bemühungen“, die Öllieferungen nach Kuba ermöglichen sollen, ohne dass die
USA Mexiko durch Sanktionen bestraften.

Kuba erlebt schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten

Am vergangenen
Sonntag hatte Trump erklärt, dass seine Regierung derzeit mit den
„höchsten Vertretern“ in Havanna über ein Abkommen spreche. Die
kubanische Regierung teilte daraufhin mit, es gebe Kontakte mit US-Vertretern
in Washington, von einem Dialog könne jedoch nicht die Rede sein.

Das kommunistisch
regierte Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem
Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite
Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Immer wieder haben die
Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern. Der
nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte
Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo.