Atomenergie: Slowakei will mit US-Unterstützung neuen Atomreaktor konstruieren

Die USA ‌und die Slowakei haben ein Abkommen zum Ausbau der Atomkraft unterzeichnet. Der Schritt soll dem EU-Land helfen, seine Abhängigkeit von russischer Technologie zu ‍verringern, wie beide Seiten in Washington mitteilten. Kernstück ‌der Vereinbarung ist der Bau eines neuen Reaktorblocks am bestehenden Kraftwerksstandort ⁠Jaslovské Bohunice. 
Der geplante ​Block soll sich vollständig in Staatsbesitz befinden und auf US-Technologie basieren.

US-Energieminister Chris Wright ⁠sprach bei der Unterzeichnung von einer Stärkung der europäischen Energiesicherheit für die kommenden Jahrzehnte. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico wertete das Abkommen als klares Signal, dass beide Länder eine gemeinsame strategische Vision für die ​Zukunft der Energie teilten. Dabei gehe es um „Sicherheit, Nachhaltigkeit und technologische Ausgereiftheit“. 

Die Regierung in Bratislava verhandelt seit vergangenem Jahr mit dem US-Anlagenbauer Westinghouse über das Projekt. Westinghouse gehört dem kanadischen ⁠Uranproduzenten Cameco und dem Vermögensverwalter Brookfield.

Für ⁠die Slowakei ist die Kernkraft von zentraler Bedeutung. Das Land betreibt bereits fünf Reaktoren an zwei ⁠Standorten. Nach Daten der Internationalen Energieagentur stammten zuletzt ⁠rund 62 Prozent der slowakischen Stromerzeugung aus Atomkraft. Damit liegt ‌das Land innerhalb der ​EU beim Atomstromanteil hinter Frankreich auf dem zweiten Platz.