Raketenprogramm: Nordkorea testet erneut Marschflugkörper

Kurz nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea erneut
strategisch gelenkte Marschflugkörper getestet. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un habe die Tests beaufsichtigt, berichtete
die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Die
strategischen Marschflugkörper wurden vom Meer aus abgefeuert und legten demnach 1.500 Kilometer
zurück, bevor sie ihr Ziel trafen.  

Die
Waffen hätten „genau“ ihre Ziele getroffen, meldete KCNA. „Die Mittel zur Abschreckung der Streitkräfte“ Nordkoreas „werden noch besser perfektioniert“, sagte der nordkoreanische Machthaber. Der Raketentest sei Teil der
Pläne zum Aufbau nationaler Verteidigungskapazitäten gegen
potenzielle Feinde im Einklang mit den sich verändernden
regionalen Sicherheitsbedingungen.

In einem separaten Bericht zitierte KCNA eine Mitteilung des nordkoreanischen Außenministeriums, in der den USA sowie Südkorea militärische Provokationen vorgeworfen wurden. Nordkorea sollte mit der „härtesten Gegenaktion“ antworten, solange die Regierung in Washington, D. C., die Souveränität, Sicherheit und Interessen des Landes verweigere.

Spannungen auf der koreanischen Halbinsel

Nordkorea unterliegt wegen
seines Atomwaffen- und Raketenprogramms internationalen
Strafmaßnahmen. Im Gegensatz zu ballistischen Raketen sind Tests
von Marschflugkörpern nicht von den UN-Verbotsbeschlüssen gegen
das weithin isolierte Land betroffen. Solche Waffen können aber
auch für den Einsatz atomarer Gefechtsköpfe verwendet werden.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben zuletzt zugenommen. Nordkorea hat zudem begonnen, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen.

Während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident verfolgte Trump eine unkonventionelle Nordkoreapolitik, die von anfänglichen Drohungen zu direkter Diplomatie mit Kim Jong Un führte. Die beiden trafen sich dreimal: erst in Singapur, dann in Hanoi und schließlich in der entmilitarisierten Zone Koreas im Juni 2019. Trotz dieser Bemühungen gab es keine Einigung über eine Denuklearisierung Nordkoreas.