Zuschauerin mit Degen zerrissen – Lars Eidinger bricht Vorstellung ab
Während einer Vorstellung an der Berliner Schaubühne ist es zu einem blutigen Vorfall gekommen. Lars Eidinger rutschte der Degen aus der Hand, eine Zuschauerin wurde verletzt. „Wir stehen noch immer unter Schock“, sagt das Theater am Tag danach.
Es passierte in der letzten Szene der Vorstellung von Shakespeares „Richard III.“ an der Berliner Schaubühne: Am Donnerstagabend kämpfte der Hauptdarsteller Lars Eidinger in der Rolle des Richards mit einem Degen in der Hand im nächtlichen Wahn gegen seine Dämonen. Dabei rutschte dem 50-Jährigen der Degen aus der Hand – der Griff traf eine Zuschauerin in der ersten Reihe am Kopf. Das bestätigte das Theater WELT. Zuerst hatte die „Berliner Zeitung“ berichtet.
„Wir bedauern den unglücklichen Vorfall zutiefst und stehen noch immer unter Schock“, hieß es aus der Presseabteilung. Und weiter: „Der Hauptdarsteller Lars Eidinger hat heute Morgen bereits mit der verletzten Besucherin telefoniert, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen.“ Auch die Schaubühnenleitung stehe in Kontakt zu ihr.
Nach dem Vorfall habe Eidinger die Vorstellung sofort abgebrochen. „Die verletzte Besucherin wurde unmittelbar von der anwesenden Theaterärztin versorgt.“ Ein Krankenwagen sei aber nicht nötig gewesen. Auf die Frage, ob die Szene neu geplant werden würde, hieß es: „Vorgänge wie Fechtszenen werden gemeinsam mit einem Stunt-Koordinator erarbeitet und regelmäßig trainiert. So geschieht es auch bei der Szene von ‚Richard III.‘. Nach dem Vorfall werden wir die Abläufe noch einmal neu überprüfen.“
Die kommenden Vorstellungen sollen wie geplant stattfinden, sind bereits ausverkauft. Regier führt Thomas Ostermeier. Die Premiere war am 7. Februar 2015.
Eidinger ist seit 1999 Ensemblemitglied an der Schaubühne. In Berlin geboren absolvierte er sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Neben der Theaterbühne ergatterte er auch zahlreiche Rollen in internationalen Filmproduktionen, wie zum Beispiel: „Alle Anderen“ (2009), „Was bleibt“ (2012) oder „Die Wolken von Sils Maria“ (2o14).
jm
Source: welt.de