Zum Tod von Tommy DeCarlo: „Boston“ verliert seine Stimme

Tommy DeCarlo, Sänger der US-Rockband Boston, ist im Alter von 60 Jahren an Krebs gestorben. Das berichteten US-Medien unter Berufung auf einen Facebook-Post seines gleichnamigen Sohnes. Laut Mitteilung der Familie erlag der Musiker am Montag den Folgen seiner Erkrankung.
DeCarlo war fast 20 Jahre lang Leadsänger der Band gewesen, die lange vor seinem Mitwirken in den 70er Jahren durch Hits wie „More Than A Feeling“ und „Long Time“ bekannt wurde. Ihr Debütalbum „Boston“ stürmte 1976 die Charts und verkaufte sich allein in den USA über 17 Millionen Mal.
Vom Fan zum Frontsänger
Die Band nannte den 9. März auch auf ihrer Webseite als DeCarlos Todestag – ausgerechnet dasselbe Datum, an dem sich der vormalige Boston-Sänger Brad Delp im Jahr 2007 mit 55 Jahren das Leben nahm.
Auf der Webseite ist auch zu lesen, wie aus dem leidenschaftlichen Fan nach dem Tod des Frontmanns der neue Sänger der Band wurde: Anlässlich der geplanten Tribut-Veranstaltung für Delp habe DeCarlo die Band auf seine Myspace-Seite aufmerksam gemacht, auf der er Coverversionen ihrer Lieder veröffentlichte. Auch habe er angeboten, einen selbstgeschriebenen Song zu Ehren von Delp auf dem Konzert vorzutragen. Darauf habe er zunächst eine – wenn auch freundliche – Absage erhalten.
Doch ein paar Wochen später habe sich Gitarrist Tom Scholz DeCarlos Version des Boston-Songs „Don’t Look Back“ angehört und ihn daraufhin eingeladen, doch auf dem Tributkonzert zu singen. „Ich hätte nie glaubt, dass das jemals passieren könnte. Und das Nächste, was ich wusste, war, dass ich auf dem Weg nach Boston war, um mit BOSTON zu spielen…“, zitiert die Website die begeisterte damalige Reaktion DeCarlos.
Source: faz.net