Zollstreit mit den USA: EU plant laut Berichten Gegenzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro
Die EU plant Berichten zufolge, Gegenzölle in hoher zweistelliger Milliardenhöhe zu erheben, falls die USA ihre Zolldrohung im Zuge des Streits um Grönland umsetzen. So haben sich die EU-Botschafter bei Beratungen in Brüssel zwar nicht auf sofortige Gegenzölle einigen können, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomatenkreise. Wenn es jedoch keine
Einigung mit den USA geben sollte, würden allerdings automatisch Gegenzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro in Kraft treten, die schon im Juli im Gespräch gewesen sind. Ein EU-Diplomat sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Zölle würden auf US-Bourbon, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel erhoben werden. Zuvor hatte der Spiegel darüber berichtet.
Die EU hatte die Verhängung dieser Zölle nur ausgesetzt,
nachdem sie sich mit den USA auf ein Handelsabkommen geeinigt
hatte. Dieses sah eigentlich Zollfreiheit für US-Waren und einen
15-Prozent-Zoll auf EU-Waren in den USA vor. Das Europäische
Parlament hat nach Angaben von Manfred Weber, dem Chef der Europäischen Volkspartei (EVP) aber jetzt
die nötige und für Mittwoch vorgesehene Verabschiedung dieses
Abkommens auf unbestimmte Zeit verschoben.
Auslöser ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump,
ab dem 1. Februar einen zusätzlichen zehnprozentigen Zoll auf
Waren aus bestimmten EU-Ländern zu erheben, wenn sich die EU
gegen einen US-Kauf des zu Dänemark gehörenden Grönlands wehrt. Im Juni solle der Zollsatz auf 25 Prozent steigen. Deutschland und weitere europäische Staaten hatten mit Protest auf die Drohung reagiert und Widerstand angekündigt. EU-Ratschef António Costa kündigte einen Sondergipfel des EU-Rats „in den kommenden Tagen“ an.
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