Zeitenwende: Wie Defense-Tech-Startups jetzt profitieren

In das Militär fließen Milliardengelder - doch der große Startup-Boom bleibt aus.

In das Militär fließen Milliardengelder – doch der große Startup-Boom bleibt aus.
Getty Images / huettenhoelscher / PM Images, Collage: Gründerszene / Dominik Schmitt

„Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents.“ Mit diesem Satz beginnt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drei Tage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine seine Rede im Bundestag. Welche Rückschlüsse er aus der Zeitenwende zieht, sagt er wenige Minuten später im voll besetzten Plenarsaal: „Wir werden von nun an, Jahr für Jahr, mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung investieren.“ Eine Zielmarke, die Deutschland in den Jahren zuvor als Nato-Mitglied weit verfehlt hat. Das Thema Verteidigung wurde eher stiefmütterlich behandelt. Jetzt zeigt der Angriffskrieg in der Ukraine, dass die Kriegsgefahr auf dem europäischen Kontinent weiterhin Realität ist.

Bis dahin stand die Bundeswehr hauptsächlichen wegen Fehlinvestitionen, rechter Strukturen und maroder Ausrüstung in den Schlagzeilen. Das alles sollte sich nun ändern.

Wir werden von nun an, Jahr für Jahr, mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung investieren.

Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar 2022.

Investitionen in den Defense-Bereich galten lange bei Venture Capital-Unternehmen und anderen Investoren als verschrien. Die wenigen Startups, die sich auf dem hart umkämpften Markt durchsetzen konnten, hatten zum Zeitpunkt der Zeitenwende-Rede von Scholz eine lange Durststrecke hinter sich – im Gegensatz zu den vielen Fintechs und Mobility-Startups. „Vor zwei Jahren waren wir in einem Accelerator-Programm. Da haben Startups Millionen geraised, die nicht einmal ein richtiges Produkt hatten, sondern nur ein Pitchdeck“, erinnert sich Govradar-CEO Sascha Soyk zurück.