Zahlen dieser Bundesbank: 2025 war weniger Falschgeld im Umlauf

Ein falscher und ein echter Fünfziger liegen auf einem Leuchtgerät (Archivbild).

Stand: 27.02.2026 • 10:00 Uhr

Dank erfolgreicher Polizeiarbeit war 2025 weniger Falschgeld im Umlauf. Dazu sind die falschen Banknoten oft leicht zu erkennen. Ein prüfender Blick etwa an der Kasse lohnt sich.

Von Ursula Mayer, hr

Im Nachhinein hätte auch Guido Groß gerne besser kontrolliert. Der 55 Jahre alte Mann aus Kassel ist bereits auf Falschgeld hereingefallen. „Ich war damals sauer auf mich selbst, weil ich so leichtfertig war“, sagt er rückblickend.

Im vergangenen Jahr hat er privat ein neues Smartphone an eine junge Frau verkauft und von ihr dafür einen Stapel falsche Fünfziger bekommen. Auf den ersten Blick hätte er die Fälschungen nicht erkannt, erzählt Groß, bei genauerem Hinsehen allerdings schon.

Weniger Fälschungen, geringerer Schaden

Bundesweit hat die Deutsche Bundesbank im vergangenen Jahr knapp 68.000 falsche Euro-Scheine registriert. Das waren sechs Prozent weniger als im Jahr davor. Die Zahl der gefälschten Münzen sank im letzten Jahr ebenfalls um neun Prozent auf rund 128.000.

Nach Angaben der Bundesbank konnten die Täter damit auch weniger Schaden anrichten. Die mögliche Schadenssumme sank von vorher viereinhalb auf vier Millionen Euro im Jahr 2025. Diesen Rückgang führt Sven Bertelmann, bei der Bundesbank Experte für Falschgeld, darauf zurück, dass die Polizei in vielen Fällen erfolgreich ermittelt habe. Dazu würden die Täter anders als in früheren Jahren weniger große Scheine wie falsche 100- und 200-Euro-Banknoten in Umlauf bringen.

Falsche Fuffziger bei Kriminellen beliebt

„Am häufigsten wird in Deutschland der Fünfziger gefälscht“, meint Bertelmann: „Die Qualität dieser Fälschungen sinkt dabei eher.“ Denn die Fälscher wüssten, dass viele Leute die Banknoten gar nicht so genau überprüfen würden.

Dabei ist der Großteil der Fälschungen nach Angaben der Bundesbank leicht zu erkennen. Es handele sich um sogenanntes Film-Geld, das stehe auf den Scheinen vorne oder hinten sogar drauf. Typische Sicherheitsmerkmale wie die Hologramme und Wasserzeichen suche man darauf vergebens, die seien höchstens angedeutet.

Gedacht als Requisite für Film und Theater

„Dabei wird so getan, als wäre das eine offizielle Filmrequisite, aber es ist eine illegale Kopie von Bargeld“, meint Bertelmann, der bei der Bundesbank das nationale Analysezentrum leitet. Denn die Scheine könnten mit echtem Geld verwechselt werden. Die Täter würden damit bezahlen und zunächst oft durchkommen. Denn wenn Menschen in Eile seien, würden sie nicht so genau hinsehen.

„Genau das nützen viele Kriminelle zum Beispiel im Einzelhandel und in der Gastronomie aus“, sagt Virginie Wegner, Pressesprecherin beim hessischen Landeskriminalamt: „Wenn dann beispielsweise etliche Leute an der Kasse stehen und es hektisch ist, dann bringen sie Falschgeld in Umlauf.“ Ähnlich beliebt seien dafür Volksfeste und Weihnachtsmärkte.

Der Frankfurter Flughafen: ein Einfallstor für Falschgeld

Allein in Hessen gab es laut LKA 2024 knapp 600 Fälle im Zusammenhang mit Falschgeld; 2025 dürften es ähnlich viele sein. Die überwiegende Zahl der Fälle habe die Polizei auch aufklären können, indem sie die Beschreibungen von Zeugen und das Material von Videokameras genutzt habe, berichtet Wegner.

Das Falschgeld selbst stammt laut Wegner häufig aus dem Ausland, vor allem aus China. Per Luftfracht komme sehr viel davon am Frankfurter Flughafen an. Dort hat der Zoll nach eigenen Angaben schon ganze Koffer voll mit falschen Banknoten sichergestellt.

Wer Falschgeld weiterreicht, macht sich strafbar

Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher auf gefälschte Scheine hereinfallen, sollten sie sie auf keinen Fall an andere weitergeben, warnt Pressesprecherin Wegner: „Denn wer Falschgeld in Umlauf bringt, macht sich strafbar.“ Er müsse mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr rechnen, in besonderen Fällen sogar mit mehr.

Stattdessen sollten Betroffene Falschgeld bei der Polizei oder Bundesbank abgeben. Damit bleiben sie auf ihrem Schaden sitzen. Deshalb rät die Bundesbank Verbraucherinnen und Verbrauchern, vor allem Scheine lieber schon im Vorfeld auf ihre Echtheit zu überprüfen und beispielsweise mit Banknoten zu vergleichen, die definitiv echt sind.

Source: tagesschau.de