„Wir sprengen den Rest ihres Landes in die Luft“, droht Trump – Iran feuert hinaus Containerschiffe

Nach der Verlängerung der Waffenruhe droht Donald Trump dem Iran offen mit massiver Gewalt und knüpft ein mögliches Abkommen an harte Bedingungen. Unterdessen melden britische Behörden einen iranischen Angriff auf ein Containerschiff. Mehr im Liveticker.

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Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Am Mittwoch läuft eine vereinbarte Waffenruhe aus. Die Blockade der Straße von Hormus wurde wieder aufgenommen.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

08:02 Uhr – Schifffahrtsbehörde: Containerschiff vor dem Oman von iranischem Angriff getroffen

Ein Containerschiff ist vor der Küste des Omans britischen Behördenangaben zufolge von einem iranischen Schnellboot angegriffen worden. „Das Schiff wurde ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der iranischen Revolutionsgarden beschossen“, erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) am Mittwoch. Das Schiff habe „schwere Schäden“ an der Brücke erlitten, die Besatzung sei jedoch „unversehrt“. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der UKMTO gegen 8 Uhr rund 15 Seemeilen nordöstlich der omanischen Küste.

07:30 Uhr – SPD-Politiker für Aussetzung EU-Israel-Abkommen – Kritik an Wadephul

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetović, kritisiert, dass Deutschland am Dienstag gegen die Aussetzung des ⁠Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel gestimmt hat. „Die Bundesregierung verhindert damit aktiv eine geeinte europäische Haltung in der Nahostpolitik – gerade auch als Reaktion auf die Destabilisierung durch die israelische Regierung im Gazastreifen, im Westjordanland und im Libanon“, sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Außenminister Johann Wadephul habe auch keine Kompromissvorschläge unterstützt. Dieser müsse ⁠seine ​Entscheidung überdenken. „Wir erwarten vom ‌Außenminister Klarheit und den Mut, den Weg für europäische Einigkeit freizumachen.“ Spanien, Irland und Slowenien hatten auf dem EU-Außenministertreffen am Dienstag versucht, eine Mehrheit für eine Aussetzung des Assoziierungsabkommens zu bekommen.

06:47 Uhr – Rakete auf mobiler Rampe gezeigt

In Teheran kommt es zu Kundgebungen. Mitglieder der paramilitärischen Revolutionsgarde brachten bei einer Veranstaltung am späten Dienstagabend offenbar eine ballistische Rakete auf einer mobilen Abschussrampe mit.

Auf den vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Aufnahmen waren Männer mit Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow zu sehen, die auf einer Rakete saßen, die dem Typ Ghadr-110 ähnelte. Solche Raketen können einzelne Sprengkörper, sogenannte Streumunition, freisetzen. Der Iran setzte diese während des Kriegs bei Angriffen auf Israel mehrfach ein.

06:35 Uhr – Trump droht Iran nach Verlängerung der Waffenruhe

Trump hat dem Iran nach der Verlängerung der Waffenruhe erneut gedroht. Am Dienstagabend erklärte er auf Truth Social, der Iran wolle die Straße von Hormus nicht schließen, sondern offenhalten, um sein Rohöl verkaufen zu können. Sollte er dies zulassen, könne es „niemals ein Abkommen mit dem Iran geben, es sei denn, wir sprengen den Rest ihres Landes in die Luft – einschließlich ihrer Führung“, schrieb Trump. Unklar ist, ob und wann die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt wieder aufgenommen werden könnten.

06:04 Uhr – Iran zeigtsich misstrauisch und droht

Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf wies derweil Trumps Ankündigung auf der Plattform X als bedeutungslos zurück. Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb Mahdi Mohammadi. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei mit Bombardierungen gleichzusetzen und müsse militärisch beantwortet werden.

Außenminister Abbas Araghtschi hatte kurz vor Ablauf der Feuerpause auf X geschrieben: „Iranische Häfen zu blockieren, ist ein kriegerischer Akt und somit ein Verstoß gegen die Waffenruhe“.

Der Berater des Parlamentspräsidenten Ghalibaf argwöhnt, dass Trumps Verlängerung der Waffenruhe eine List sei, „Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen“. Es sei an der Zeit, dass Teheran die Initiative ergreife, schrieb Mohammadi auf X weiter. Ein Sprecher des iranischen Militärs schrieb auf der Plattform, man bleibe in „höchster Alarmbereitschaft“ und sei bereit, auf Bedrohungen oder Taten der Gegner „schnell und entschieden zu reagieren“.

Ein Kommandeur der Revolutionsgarden nannte laut der Agentur Fars Ölfelder und Raffinerien in benachbarten Golfstaaten als potenzielle Ziele, falls diese den USA und Israel weiterhin erlauben würden, „ihr Territorium zu nutzen“. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X, man bleibe einsatzbereit.

02:39 Uhr – Straße von Hormus im Zentrum der Verhandlungen

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, sagte dem iranischen Staatsfernsehen, es gebe noch „keine endgültige Entscheidung“ über eine Teilnahme an den Gesprächen mit den USA. Grund seien „inakzeptable Handlungen“. Damit verwies der Sprecher offenbar auf die Blockade der USA.

Irans UN-Vertreter Amir Saeid Iravani sagte am Dienstag jedoch, Teheran habe „einige Signale“ erhalten, dass die USA bereit seien, die Blockade iranischer Häfen zu beenden. Der UN-Botschafter sagte, die Aufhebung der Blockade bleibe Voraussetzung für eine Rückkehr zu Friedensgesprächen. Dann, so sagte er, „wird wahrscheinlich die nächste Verhandlungsrunde stattfinden“.

02:10 Uhr – Verlängerte Waffenruhe stoppt Ölpreis-Anstieg kaum

Trotz der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran zeichnet sich an den Ölmärkten keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über hundert Dollar. Anschließend gab der Preis etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar. Im Vergleich zum Vortag entspricht das einem Plus von knapp vier Prozent. Der Anstieg bei der US-Sorte WTI fiel weniger stark aus.

01:32 Uhr – Guterres: Verlängerung der Waffenruhe „Schritt zur Deeskalation“

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Verlängerung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran als „wichtigen Schritt zur Deeskalation“ bezeichnet. Dies werde „kritischen Raum für Diplomatie und Vertrauensbildung zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten“ schaffen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag (Ortszeit). „Wir ermutigen alle Seiten, diese Dynamik zu nutzen, von Handlungen abzusehen, die die Waffenruhe untergraben könnten, und konstruktiv in Verhandlungen einzutreten, um eine nachhaltige und dauerhafte Lösung zu erreichen“, hieß es weiter.

Der Generalsekretär unterstütze zudem uneingeschränkt Pakistans Bemühungen, Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu erleichtern, und hoffe, dass diese dazu beitrügen, „Bedingungen für eine umfassende und dauerhafte Lösung des Konflikts zu schaffen“, sagte Dujarric.

01:01 Uhr – Militärs planen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus

Für einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen treffen sich heute Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London. Das von Großbritannien und Frankreich ausgerichtete zweitägige Planungstreffen folgt auf eine internationale Konferenz in der französischen Hauptstadt in der vergangenen Woche.

London und Paris wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Auch Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.

00:47 Uhr – US-Finanzminister: Blockade nimmt Iran wichtige Einnahmen

Die anhaltende Blockade des iranischen Seehandels beeinträchtigt nach Meinung von US-Finanzminister Scott Bessent Teherans Wirtschaftskraft schwer. Die Lager auf der für den Ölhandel wichtigen Insel Charg würden in wenigen Tagen voll sein, weshalb die Ölfelder stillgelegt werden müssten, schrieb Bessent auf der Plattform X. „Die Beschränkung des iranischen Seehandels zielt direkt auf die wichtigsten Einnahmequellen des Regimes ab.“

00:54 Uhr – Trump: Waffenruhe mit dem Iran wird verlängert

US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran verlängert. Er werde die Feuerpause so lange verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und „die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden“, erklärte Trump am Dienstag kurz vor Ablauf des zweiwöchigen Waffenruheabkommens auf seiner Onlineplattform Truth Social. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe allerdings bestehen.

Trump schrieb, dass Pakistan ihn um eine Verlängerung gebeten habe. „Angesichts der Tatsache, dass die Regierung des Iran wenig überraschend ernsthaft zersplittert ist, ist uns von Feldmarschall Asim Munir und Premierminister Shehbaz Sharif aus Pakistan die Bitte herangetragen worden, unseren Angriff auf den Iran so lange zurückzuhalten, bis deren Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag ausarbeiten können“, erklärte der US-Präsident. Pakistan vermittelt im Krieg zwischen den USA und dem Iran und hatte die beiden Kriegsparteien zu neuen Gesprächen eingeladen.

Pakistans Regierungschef Sharif bedankte sich daraufhin bei Trump für die Verlängerung der Waffenruhe und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen. „Ich hoffe aufrichtig, dass beide Seiten die Waffenruhe weiterhin einhalten und während der in Islamabad geplanten zweiten Gesprächsrunde ein umfassendes Friedensabkommen für ein dauerhaftes Ende des Konflikts abschließen können“, erklärte er im Onlinedienst X.

Die US-Blockade iranischer Häfen bleibt Trump zufolge indes bestehen. Die US-Armee bleibe „in jeder anderen Hinsicht einsatzbereit und fähig“, erklärte er.

Die Reise von US-Vizepräsident JD Vance zu Gesprächen in Pakistan wurde derweil nach Angaben aus dem Weißen Haus vorerst abgesagt. „Die Reise nach Pakistan wird heute nicht stattfinden“, erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses.

Dienstag, 21. April 2026

23:56 Uhr – Nach US-Angriff auf Frachter: Iran fordert UN-Reaktion

Der Iran hat die Vereinten Nationen zur Verurteilung der Beschlagnahmung seiner Schiffe durch die USA aufgerufen. Die iranische UN-Mission sandte am Dienstag einen Brief an die UN und den Sicherheitsrat und forderte eine „entschiedene und unmissverständliche“ Verurteilung der US-Entscheidung vom Sonntag, ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff anzugreifen und zu beschlagnahmen.

„Dies stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht, eine klare Verletzung der Waffenruhe und einen Akt der Aggression mit den Merkmalen von Piraterie dar“, erklärte die Mission auf X. „Ein derart rücksichtsloses Vorgehen gefährdet unmittelbar die internationale Schifffahrt und untergräbt die maritime Sicherheit.“

Washington hatte erklärt, das Schiff habe versucht, die US-Seeblockade nahe der Straße von Hormus zu umgehen.

23:35 Uhr – Zypern bietet sich als Gastgeber für Israel-Libanon-Gespräche an

Zypern hat sich bereit erklärt, Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auszurichten. Präsident Nikos Christodoulides sagte der AP, der Inselstaat sei weiterhin bereit, entsprechende Verhandlungen zu beherbergen, und verwies auf seine „ausgezeichneten Beziehungen“ sowie das Vertrauen in der Region. Er fügte hinzu, Zypern habe bereits ähnliche Gespräche ausgerichtet und werde das Angebot noch in dieser Woche bei einem EU-Gipfel mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun erörtern.

AP/AFP/Reuters/dpa/ceb/krö/doli/sebe/jmr/säd/saha

Source: welt.de