„Wir sind hinaus einem sehr guten Weg“, sagt Trump nachher dem Telefonat mit Selenskyj

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Und zuvor mit Kremlchef Wladimir Putin. Letzterer macht weiter Druck auf Kiew und fordert Zugeständnisse, wie eine russische Zeitung berichtet. Alle Entwicklungen im Liveticker.

US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben bei ihrem Gespräch eine Aussetzung der Angriffe auf Energie-Infrastruktur vereinbart, eine vollständige, 30-tägige Waffenruhe lehnte Putin ab. Bald soll ein weiteres Treffen von Unterhändlern folgen. Wenige Stunden nach dem Telefonat griff Russland erneut massiv die zivile Infrastruktur und Wohnviertel in der Ukraine an.

Alle Entwicklungen zum Ukraine-Krieg im Liveticker:

16:49 Uhr – Trump nach Telefonat mit Selenskyj: „Sind auf einem sehr guten Weg“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump ein Telefongespräch geführt. Trump schrieb anschließend auf seiner Plattform „Truth Social“, es sei ein „sehr gutes“ Gespräch gewesen. „Ein Großteil des Gesprächs basierte auf dem gestrigen Anruf bei Präsident Putin, um Russland und die Ukraine hinsichtlich ihrer Forderungen und Bedürfnisse in Einklang zu bringen“, so Trump weiter. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

Es war der erste bekannt gewordene offizielle und direkte Kontakt zwischen den beiden Staatschefs, seit Trump Selenskyj zusammen mit US-Vizepräsident J.D. Vance am 28. Februar im Weißen Haus vor laufenden Kameras gedemütigt hatte.

15:44 Uhr – Russland und Ukraine tauschen jeweils 175 Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben jeweils 175 Kriegsgefangene ausgetauscht. Russland übergab zudem 22 schwer verwundete ukrainische Gefangene, wie beide Seiten bestätigten. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die 22 Ukrainer benötigten dringend medizinische Hilfe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet den Austausch als einen der umfangreichsten seiner Art. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten den Austausch vermittelt.

15:04 Uhr – Bundesregierung telefonierte mit Washington

Die Bundesregierung ist nach Angaben deutscher Regierungsvertreter unmittelbar nach dem Telefonat von US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin informiert worden. Man habe direkt danach mit dem Weißen Haus und auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Vorschläge für ein europäisches Verhandlungsteam oder einen Ukraine-Beauftragten sehe man eher skeptisch.

13:30 Uhr – Russland: Putin und Trump vertrauen einander

Wladimir Putin und Donald Trump haben nach russischer Darstellung ein gutes Verhältnis. „Ich kann mit großer Zuversicht sagen, dass die Präsidenten Putin und Trump sich gut verstehen, einander vertrauen und beabsichtigen, Schritt für Schritt auf eine Normalisierung der russisch-amerikanischen Beziehungen hinzuarbeiten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Es gebe seit Langem eine direkte Telefonverbindung zwischen den Präsidenten beider Länder und bei Bedarf auch eine Videoverbindung. Diese sei während der Amtszeit von Trumps Vorgänger Joe Biden jedoch kaum genutzt worden. Putin hoffe, dass diese Verbindung nun häufiger genutzt werden könne, sagte Peskow.

13:09 Uhr – Brüssel ruft EU-Länder zu schneller Aufrüstung auf

Vor dem Hintergrund schwindender Unterstützung aus den USA ruft Brüssel die EU-Länder zu einer schnellen Umsetzung der Aufrüstungspläne für Europa auf. Die Mitgliedstaaten sollten „dringend“ die von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagenen Pläne zur Steigerung der Verteidigungsausgaben beschließen, heißt es in einem Papier der Kommission. Von der Leyen will dafür unter anderem „ein neues EU-Finanzinstrument“ von 150 Milliarden Euro schaffen. Das Geld soll als Darlehen an Mitgliedsländer fließen, die wegen hoher Zinsen Probleme haben, sich selbst Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen. Der EU-Haushalt dient dabei als Garantie. Für eine schnellere Umsetzung sollen die Pläne im Eilverfahren ohne das Europaparlament beschlossen werden.

12:55 Uhr – Russische Truppen laut Putin kurz vor Sieg in Kursk

Präsident Wladimir Putin erklärt, russische Truppen seien dabei, die ukrainischen Streitkräfte in der russischen Grenzregion Kursk endgültig zu besiegen. Die Ukraine war dort vor sieben Monaten bei einer Gegenoffensive überraschend einmarschiert, um die Front in der Ostukraine zu entlasten. Zudem sollten die besetzten russischen Gebiete als Verhandlungsmasse bei Friedensverhandlungen dienen.

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11:58 Uhr – Bericht: Putin will weitere Gebiete in der Ukraine beanspruchen

Wladimir Putin will einem Medienbericht zufolge weitere Gebiete in der Ukraine beanspruchen, wenn Kiew jetzt nicht schnell den bisherigen Forderungen Moskaus zustimmt. Die Ukraine müsse den Verlust der Krim und der Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson anerkennen, soll Putin der Tageszeitung „Kommersant“ zufolge bei einem Treffen mit russischen Unternehmern hinter verschlossenen Türen gesagt haben. Tue Kiew dies in nächster Zeit, dann werde Moskau keine Ansprüche auf Odessa und andere Regionen erheben.

10:55 Uhr – EU erhält zunächst keine Informationen zu Trump-Putin-Telefonat

Die EU hat von den USA bisher keine Auskünfte zum Verlauf der Ukraine-Verhandlungen von Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin erhalten. Es werde nun versucht, Gespräche zu organisieren, um Informationen aus erster Hand zu erhalten, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in Brüssel. Man sei allerdings bereits in Kontakt mit den Ukrainern gewesen.

Die bislang von russischer und amerikanischer Seite öffentlich gemachten Informationen zu den Beratungen wertete Kallas als Beleg dafür, „dass Russland eigentlich keine Zugeständnisse machen will“. Frage sei jetzt, was als Nächstes passieren werde.

10:48 Uhr – Bundesregierung will offenbar über elf Milliarden Euro für Ukraine-Militärhilfe freigeben

Die Bundesregierung will über elf Milliarden Euro für zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine bereitstellen. Darüber informierte das Bundesfinanzministerium unter Jörg Kukies (SPD) den Haushaltsausschuss des Bundestages, wie aus einem Schreiben von Finanzstaatssekretärin Sarah Ryglewski (SPD) hervorgeht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Vorlage. Demnach will Kukies für dieses Jahr eine überplanmäßige Ausgabe von 2,547 Milliarden Euro bewilligen.

Zusammen mit Rückflüssen aus anderen Finanztöpfen beliefen sich die verfügbaren Mittel demnach auf drei Milliarden Euro. Zudem will Kukies außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigungen über 8,252 Milliarden Euro für die ukrainische Militärhilfe für die Jahre 2026 bis 2029 bewilligen. Damit können jetzt bereits Verträge für Lieferungen in diesen Jahren geschlossen werden. Die Voraussetzungen für die Einwilligung seien erfüllt, schreibt Ryglewski in der Vorlage für den Ausschuss. Sie bitte daher um Einwilligung des Ausschusses, der voraussichtlich am Freitag tagen soll. Mit der Zustimmung wird gerechnet.

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08:27 Uhr – Pistorius nennt Trumps Vereinbarung mit Putin „Nullnummer“

Als „Nullnummer“ hat Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Vereinbarung zwischen Trump und Putin kritisiert, im Ukraine-Krieg die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen für 30 Tage auszusetzen. Dies bedeute eigentlich gar nichts, weil die Energieinfrastruktur in der Ukraine ohnehin am besten geschützt sei, sagte Pistorius im ZDF-„Morgenmagazin“. Er verwies darauf, dass die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine nach dem Telefonat Trumps mit Putin nicht nachgelassen hätten.

„Also Putin spielt hier ein Spiel, und ich bin sicher, dass der amerikanische Präsident da nicht lange wird zusehen können“, so der Verteidigungsminister. „Und ich bin sehr sicher, dass es einen Zeitpunkt geben wird, an dem er darauf reagieren wird, reagieren wird müssen, auch im Sinne der Stärke und des Ansehens der Vereinigten Staaten von Amerika.“ Aus Sicht von Pistorius zielen die Bedingungen Putins für eine Waffenruhe vor allem darauf ab, die Ukraine zu schwächen, damit er weiter aufrüsten und weitere Truppenverbände an der Grenze zur Ukraine oder in den besetzen Gebieten zusammenziehen könne.

07:33 Uhr – Ukraine: Russischer Angriff mit 145 Drohnen

Russland griff die Ukraine in der Nacht nach Angaben aus Kiew mit 145 Drohnen an. Davon seien 72 Drohnen abgeschossen worden, teilt das ukrainische Militär mit. 56 Drohnen seien von der elektronischen Luftabwehr abgefangen worden.

06:05 Uhr – Russland: 57 ukrainische Drohnen abgeschossen

Das russische Militär fing in der Nacht nach eigenen Angaben 57 ukrainische Drohnen ab. 35 Drohnen seien von der Luftabwehr über der Grenzregion Kursk abgeschossen worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die übrigen Drohnen seien über der Grenzregion Brjansk, der Region Orjol in Zentralrussland, der Region Tula südlich von Moskau und über dem Asowschen Meer zerstört worden.

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05:36 Uhr – Lage in Region Belgorod bleibt „schwierig“

Nach Angaben des Gouverneurs von Belgorod bleibt die Situation in der an die Ukraine grenzenden Region „schwierig“. Russische Nachrichtenagenturen hatten unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet, die russischen Streitkräfte hätten fünf ukrainische Versuche vereitelt, über die Grenze in die südwestliche Region Belgorod vorzudringen.

04:48 Uhr – Brand in Öllager nach ukrainischem Angriff in Region Krasnodar

Im Südwesten Russlands ist nach russischen Angaben infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs ein Feuer in einem Öldepot ausgebrochen. Der Brand in dem Öllager nahe eines Dorfes in der Region Krasnodar sei „aufgrund herabfallender Trümmerteile“ ausgebrochen, teilte das Koordinationsbüro für Notfalldienste mit. Die ukrainischen Drohnen seien von der russischen Luftabwehr abgeschossen worden.

02:40 Uhr – Weitere Gespräche in Dschidda am Sonntag

Nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff werden weitere Gespräche mit Russland über den Krieg in der Ukraine am Sonntag in der saudiarabischen Stadt Dschidda stattfinden. „Der Teufel steckt im Detail. Wir haben ein Team, das nach Saudi-Arabien reist, angeführt von unserem nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz und unserem Außenminister Marco Rubio, und ich denke, wir müssen diese Details herausfinden“, sagt Witkoff im US-Fernsehsender Fox News.

02:18 Uhr – Russland überzieht die Ukraine mit Bomben

Wenige Stunden nach dem Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin überzieht Russland den Großraum Kiew und mehrere andere Regionen der Ukraine mit zahlreichen Drohnengriffen. „Russland greift zivile Infrastrukturen und Menschen an – und zwar genau jetzt“, teilte der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, auf Telegram mit. Laut ukrainischen Behörden wurde ein Krankenhaus in Sumy getroffen.

Selenskyj rief die Welt auf Telegram auf, Putin zu stoppen. „Heute hat Putin den Vorschlag für einen vollständigen Waffenstillstand de facto abgelehnt“, schrieb Selenskyj. Die Welt müsse nun alle Versuche Putins, den Krieg in die Länge zu ziehen, zurückweisen.

00:23 Uhr – Trump: Nicht über Hilfen für Ukraine gesprochen

US-Präsident Donald Trump sagt in einem Interview des US-Senders Fox News, er habe in seinem Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht über Hilfen für die Ukraine gesprochen. Zuvor hatte Trump erklärt, er habe mit Putin viele Elemente eines Friedensabkommens besprochen. Es sei ein sehr gutes und nützliches Gespräch gewesen.

00:11 Uhr – Medwedew verhöhnt Ukraine

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew schreibt auf der Online-Plattform X, das Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass es nur zwei Gesprächspartner gebe. „Es gibt nur Russland und Amerika im Esszimmer“, schreibt Medwedew, der auch stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist. „Der Hauptgang ist ein Schnitzel nach Kiewer Art. Guten Appetit!“

Dienstag, 18. März:

23:30 Uhr – Selenskyj fordert mehr Druck auf Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert nach 40 russischen Drohnenangriffen in der Nacht auf die zivile ukrainische Infrastruktur, dass der Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin um des Friedens willen fortgesetzt werden muss. „Es sind genau solche nächtlichen Angriffe Russlands, die unsere Energiesysteme, unsere Infrastruktur und das normale Leben der Ukrainer zerstören“, teilt Selenskyj auf Telegram mit. „Heute hat Putin de facto den Vorschlag für eine vollständige Waffenruhe abgelehnt. Es wäre richtig, wenn die Welt daraufhin alle Versuche Putins, den Krieg in die Länge zu ziehen, zurückweisen würde.“

20:51 Uhr: Explosionen und Luftalarm in Kiew

Kurz nach dem Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Staatschef Donald Trump ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Luftalarm ausgelöst worden. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Dienstagabend über mehrere Explosionen in der Stadt, während Sirenen aufheulten. Die städtischen Behörden riefen die Menschen auf, sich in Luftschutzräume zu begeben und warnten vor einem russischen Angriff.

20:42 Uhr – Scholz und Macron sagen Ukraine weitere militärische Unterstützung zu

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagen der Ukraine weitere militärische Unterstützung zu. „Wir beide sind uns einig: Die Ukraine kann sich auf uns verlassen, die Ukraine kann sich auf Europa verlassen und wir werden sie nicht im Stich lassen“, sagte Scholz am Dienstag nach einem Treffen mit Macron im Bundeskanzleramt in Berlin.

Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump als Bedingung für eine Waffenruhe gefordert, die westlichen Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkräfte sowie die Weitergabe von Geheimdienstinformationen einzustellen.

Scholz betonte, es sei „klar, die Unterstützung der USA ist und bleibt unerlässlich“. Daher sei es „so wichtig, dass auch Washington seine militärische Unterstützung der Ukraine fortsetzt“.

20:16 Uhr – Trump wertet Gespräch mit Putin als Erfolg

US-Präsident Donald Trump wertet das Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin als Erfolg. Das Gespräch sei „sehr gut und produktiv“ gewesen, schrieb Trump im Anschluss auf der Online-Plattform Truth Social. Die beiden hätten sich auf eine sofortige Waffenruhe mit Blick auf die Energieinfrastruktur der Ukraine geeinigt, „mit der Übereinkunft, dass wir schnell auf eine vollständige Waffenruhe und letztlich auf ein Ende dieses schrecklichen Krieges zwischen Russland und der Ukraine hinarbeiten werden“.

Der Republikaner schrieb weiter, er habe mit dem Kremlchef „viele Elemente eines Friedensvertrags erörtert“. Sowohl Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wollten ein Ende des Krieges. „Dieser Prozess ist nun in vollem Gange, und wir werden ihn hoffentlich zum Wohle der Menschheit zu Ende führen.“

Reuters/AFP/AP/dpa/sam/säd/fgk/con/mmi

Source: welt.de