„Wir nach sich ziehen in dieser vereinigen Minute die Gesamtheit verloren“ – Bochum schockt Hertha in dieser Nachspielzeit

Ohne seinen gesperrten Kapitän Fabian Reese hat Hertha BSC einen erneuten Dämpfer im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga hinnehmen müssen. Die Berliner führten lange gegen den VfL Bochum. Doch der Absteiger schlug spät zurück. Die Enttäuschung ist riesig.

Fabian Reese vergrub auf der Tribüne sein Gesicht in den Händen. Die Enttäuschung auf Seiten von Hertha BSC war am Samstagabend spürbar. Durch ein spätes Gegentor konnte der Fußball-Zweitligist den Ausrutscher der Konkurrenz nicht nutzen und den Rückstand auf die Aufstiegsplätze nur minimal verringern.

Die Berliner mussten sich im Olympiastadion gegen den VfL Bochum mit einem nicht nur aufgrund des späten Gegentreffers unglücklichen 1:1 (1:0) zufriedengeben und haben nun sieben Punkte Rückstand auf Relegationsplatz drei.

Geburtstagskind Dawid Kownacki (45. Minute/Foulelfmeter) hatte die Hausherren in Führung gebracht. Der eingewechselte Leandro Morgalla (90.+1) glich für den VfL, der im Liga-Mittelfeld bleibt, aus. Acht Spieltage stehen noch aus.

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„Wir haben in dieser einen Minute alles verloren. Dieser Punkt ist nichts“, sagte Torschütze Kownacki enttäuscht. „Extrem ärgerlich“, fand auch Torwart Tjark Ernst: „Wir müssen uns auf jeden Fall vorwerfen, dass wir nach dem 1:0 nicht mehr gemacht haben und haben dann ehrlicherweise auch keine echte Torchance mehr gehabt. Es ist ein Rückschlag. Andererseits haben wir aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt. Das ist jetzt auch nicht so schlecht.“

Kownacki verwandelt Elfmeter

Nach einem Abtasten in der Anfangsphase erhöhten die Gastgeber ab Mitte der ersten Halbzeit den Druck und zwangen die Bochumer weit in die eigene Hälfte. Vor allem Josip Brekalo strahlte beim Hauptstadt-Club, der ohne seinen gesperrten Kapitän Reese auflief, Torgefahr aus. Beim VfL fehlte in Mats Pannewig der Siegtorschütze aus der Vorwoche auch wegen einer Gelbsperre.

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Als sich die Gäste schon fast in die Halbzeit gerettet hatten, foulte Noah Loosli Kownacki im Strafraum. Der Pole verwandelte an seinem 29. Geburtstag sicher.

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Nach dem Wechsel trat der Bundesliga-Absteiger aus Bochum mutiger auf und überquerte zumindest regelmäßig die Mittellinie. Kurz dahinter war aber meist Endstation – eine echte Torchance hatte der VfL bis zur 74. Minute nicht. Dann landete ein Kopfball von Philipp Hofmann knapp neben dem Pfosten.

Die Partie lebte von ihrer Spannung. Herthas Spiel nach vorn existierte quasi nicht mehr – das bestrafte Morgalla kurz vor Spielende. „Das ist mein allererstes Profitor. Ich habe lange drauf gewartet. Ich dachte, ich versuche mal mein Glück, und dann ist er reingegangen“, sagte der Torschütze: „Den Moment genieße ich auch für mich selbst. Aber natürlich steht die Mannschaftsleistung im Vordergrund.“

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Source: welt.de