Wiederentdeckte Oper: Was für jedes eine Komponistin!

Musikalischer Feminismus war lange eine Angelegenheit der Konservativen, nämlich des Adels und des Militärs. Die Komponistin Ethel Smyth, Tochter eines britischen Generals, wurde durch Königin Victoria, die französische Exilkaiserin Eugénie und den deutschen Reichskanzler Bernhard von Bülow gefördert. Die Komponistin Emilie Mayer bekam als erste Frau in Preußen Porträtkonzerte mit ihrer Orchestermusik durch Ernst Wieprecht, den obersten Chef der königlich-preußischen Militärmusik. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und dessen Frau Elisabeth unterstützten die Komponistin ebenso wie das österreichische Kaiserhaus. Die Komponistin Clémence de Grandval war 1828 als Tochter eines hochrangigen Offiziers zur Welt gekommen, wurde dann die Gattin eines wiederum hochrangigen Offiziers und gehörte als Vicomtesse dem vermögenden Adel Frankreichs an. Der Vater wie der Ehemann unterstützten sie rückhaltlos. Die Bürgerlichen schmähten sie erst, weil sie angeblich eine Dilettantin, dann weil sie eine reiche Adlige war. Es gab reichlich Standesdünkel von links.
Source: faz.net