Wiederaufbau nachdem Bürgerkrieg: Saudi-Arabien kündigt Milliardeninvestition in Syrien an

Saudi-Arabien hat Investitionen in Syrien ‌in Milliardenhöhe angekündigt und betont damit seine Unterstützung für die neue syrische Führung. Der saudische Investitionsminister Khalid al-Falih kündigte die Gründung eines Fonds an, der 7,5 ‍Milliarden Rial (rund 1,7 Milliarden Euro) für den ​Ausbau von zwei Flughäfen in ‌Aleppo bereitstellen soll.

Der Elaf-Fonds soll Großprojekte in Syrien unter Beteiligung saudischer Privatinvestoren ⁠finanzieren. Zudem vereinbarten der saudische ​Billigflieger Flynas und die syrische Zivilluftfahrtbehörde die Gründung der neuen Fluggesellschaft „flynas Syria“. Das Gemeinschaftsunternehmen werde den Betrieb voraussichtlich im vierten Quartal 2026 aufnehmen.

Mithilfe eines weiteren Projekts soll „die Telekommunikationsinfrastruktur und die digitale Konnektivität“ in Syrien ausgebaut werden. Beide Länder vereinbarten zudem eine Zusammenarbeit in der Wasserwirtschaft. Geplant sei der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage, um Süßwasser von der Küste ​in den Süden des Landes zu leiten.

„Wichtige Säulen für den Wiederaufbau der syrischen Wirtschaft“

Investitionsminister Al-Falih sagte, sein Land und Syrien wollten eine „strategische Partnerschaft“ eingehen. Der syrische Vertreter Talal al-Hilali sagte, die Abkommen beträfen „lebensnotwendige Sektoren“, die das Leben der Menschen beeinflussten. Sie seien „wichtige Säulen für den Wiederaufbau der syrischen Wirtschaft“.

Die ‍geplanten Investitionen sind die bislang höchsten seit der Aufhebung der US-Sanktionen gegen Syrien im Dezember. Saudi-Arabien gilt als wichtiger Unterstützer des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa, der seit dem Sturz ⁠des Diktators Baschar al-Assad Ende 2024 an der Macht ist. Die Sanktionen hatten den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach dem 14-jährigen Bürgerkrieg behindert.

⁠Bereits im vergangenen Jahr hatte Saudi-Arabien Investitionen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt. Das Vorgehen der syrischen Regierung löste auch Kritik aus: Sie mache viele Versprechungen, die auf Absichtserklärungen mit ausländischen Investoren fußten. Die Umsetzung in verbindliche Verträge lasse aber auf sich warten.