Wie Val Kilmer: Auch solche Stars wurden digital wiederbelebt






Für ein neues Filmprojekt soll der verstorbene Val Kilmer mit der Hilfe von KI wieder zum Leben erweckt werden. Er ist nicht der erste.

Vor rund einem Jahr ist Val Kilmer (1959-2025) gestorben. Trotzdem soll der US-Schauspieler, unter anderem bekannt aus den „Top Gun“-Filmen, in einer neuen Produktion zu sehen sein. Kilmer soll in „As Deep as the Grave“ mitspielen, ohne auch nur eine einzige Szene abgedreht zu haben. Das berichtet das Branchenmagazin „Variety“. Mit der Hilfe generativer KI werde Kilmer ein Teil des Casts, abgesegnet vom Nachlass, seiner Tochter Mercedes und seinem Sohn Jack. Der Verstorbene ist aber bei weitem nicht der erste Schauspieler, dessen Abbild nach seinem Tod auf diese oder ähnliche Weise genutzt wird.



In den vergangenen Jahren ist es immer wieder vorgekommen, dass Stars in Filmszenen zu sehen waren, obwohl sie dafür nie in dieser Form vor der Kamera standen – auch wenn dafür nicht unbedingt die angesagte Künstliche Intelligenz zum Einsatz kam, sondern etwa althergebrachte CGI, also durch Computer generierte Bilder. Hier vier berühmte Beispiele aus dem Bereich Film:

Paul Walker in „Fast & Furious 7“

Eines der bekanntesten Exempel für den Einsatz aktueller Technologien, um Schauspielerinnen und Schauspieler trotz ihres Todes zurück auf die große Leinwand zu bringen, dürfte Paul Walker (1973-2013) sein. Er wurde vor allem berühmt als einer der Hauptdarsteller der „Fast & Furious“-Reihe. Nachdem Walker bei einem Autounfall tödlich verunglückte, wurden die damals laufenden Arbeiten an „Fast & Furious 7“ zunächst pausiert. Walkers Brüder Caleb (48) und Cody (37) wurden als Double für den verstorbenen Paul ein Teil der Filmfamilie. Daneben wurden Archivaufnahmen und CGI-Mittel genutzt.


Carrie Fisher in „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

Als Prinzessin Leia aus den „Star Wars“-Filmen wird Carrie Fisher (1956-2016) wohl für immer unvergessen bleiben. Ihr überraschender Tod führte jedoch dazu, dass das Drehbuch zu „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ von 2019 deutlich angepasst werden musste. Nach dem Tode Fishers kursierten zahlreiche Spekulationen, darunter auch, dass die Schauspielerin per kompletter CGI in Szenen zu sehen sein könnte, die sie nicht gedreht hatte. Von offizieller Stelle wurde im Januar 2017 erklärt, dass man nicht vorhabe, die Verstorbene „digital nachzubilden“. Auf die Hilfe des Computers wurde aber nicht verzichtet. Genutzt wurde laut Medienberichten wie von „Screenrant“ schließlich vorwiegend angepasstes Archivmaterial, aus dem Fishers Gesicht stammte.

Marlon Brando in „Superman Returns“

Obwohl die Hollywoodlegende Marlon Brando im Jahr 2004 verstorben ist, war der Star im 2006 erschienenen „Superman Returns“ zu sehen. Auch hier wurde zunächst auf Archivmaterial zurückgegriffen – auf Aufnahmen aus „Superman“ von 1978. Diese wurden ebenfalls per CGI angepasst, sodass komplett neue Szenen entstehen konnten. Das Visual-Effects-Portal „fxguide“ ging auf den Prozess ein, den das damalige VFX-Studio Rhythm & Hues durchlief. Demnach sprach Brando sämtliche Zeilen ein, manche lagen jedoch rein als Audioaufnahmen vor. Andere wurden aus einem falschen Winkel gefilmt. Daher wurde der Mund des Schauspielers modelliert und auf dessen Gesicht aus einer anderen Einstellung übertragen.




Brandon Lee in „The Crow“

Besonders tragisch ist der Grund, warum bei „The Crow“ mit Tricktechnik gearbeitet werden musste. Der Hauptdarsteller Brandon Lee (1965-1993), Sohn des ebenfalls jung verstorbenen Bruce Lee (1940-1973), kam beim Dreh ums Leben. Sein Kollege Michael Massee (1952-2016) gab unabsichtlich einen tödlichen Schuss auf Lee ab, der kurz darauf in einem Krankenhaus verstarb. Massee erklärte 2005 in einem Interview: „Ich glaube nicht, dass man über so etwas jemals hinwegkommt.“ Der Film wurde trotzdem fertiggestellt. Zum Zeitpunkt von Lees Tod war ein großer Teil der Dreharbeiten bereits abgeschlossen. Chad Stahelski (57), der heute als Kopf hinter der „John Wick“-Reihe bekannt ist, sprang für restliche Aufnahmen als Double ein. Es wurden laut „Collider“ daraufhin Archivaufnahmen genutzt, aus denen Lees Gesicht digital auf Stahelskis Körper montiert wurde. Im Jahr 1994 wurde „The Crow – Die Krähe“ schließlich veröffentlicht.

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Source: stern.de