Wie Eis schmilzt: Wie war dasjenige noch gleich mit dem Klima-Kult?

Das Abtauen des Kühlschranks verlief weniger reibungslos als gedacht. Mit leer räumen und dann einfach Stecker ziehen war es jedenfalls nicht getan. Das unterste, nie genutzte der drei Eisfächer ließ sich überhaupt nur mit erheblicher Kraftanstrengung und unter Inkaufnahme von Knack- und Splittergeräuschen herausziehen, die signalisierten, dass die Plastikverkleidung stellenweise schon zu Bruch ging – derart gewaltig war der Eisblock, der sich über die Jahre heimlich dort gebildet hatte und mit dem Plastik fest verwachsen war.
Das ging ja gut los und wurde noch besser. Glänzend wasserklar, aber auch in ungut beharrlichem, geradezu triumphierendem Trotz prangte der Eisblock im Fach und ließ sich selbst durch energisches, die Plastikverkleidung abermals strapazierendes Hin- und Herruckeln keinen Millimeter bewegen, absolut nicht aus der Ruhe bringen. Also kochendes Wasser drübergegossen, das erst einmal eine ziemliche Schweinerei auf dem Küchenfußboden anrichtete, den Eisblock aber auch nicht lockerer machte, sondern vorläufig nur ein Loch in seine Mitte schmolz, eine Maßnahme, von der man sich eindeutig mehr versprochen hatte.
Die ganze Prozedur dauerte anderthalb Tage
Mit der zweiten, nun gezielt in die seitlichen Schnittstellen zwischen Eis und Plastik gegossenen Ladung kochenden Wassers kam Bewegung in die Sache; ein paar Hiebe mit dem größten Küchenmesser in den sich nun doch auftuenden Spalt zwischen Eis und Plastik, weiteres heftiges Ruckeln, irgendwann war es dann so weit: Schwitzend bekamen wir den wie unbeeindruckt unverändert eisig kalten Eisblock seitlich zu fassen, gossen noch ein letztes Mal Heißwasser zu, stießen mit klammen Fingern in den sich zwischen Eisblock und Boden öffnenden Freiraum und hielten den Eisblock schließlich allen Ernstes in Händen und trugen ihn, der sicher zehn, vielleicht auch fünfzehn Kilo wog, sofort zum Spülbecken und legten ihn vorsichtig wie einen Säugling hinein, dankbar registrierend, dass das Becken groß genug, aber mit dem Eisblock nun vollauf gefüllt, quasi ausgelastet war.
Die Kühlschranksäuberung war Routine. Das Abtauen des Eisblocks war es nicht. Wir kürzen den Bericht jetzt aber wohl besser ab und machen einen Zeitsprung – um sage und schreibe 36 Stunden. Anderthalb Tage dauerte es nämlich, bis der Eisblock abgetaut war, und auch das noch nicht restlos, sondern nur so weit, dass das Spülbecken wieder benutzbar war. Und das alles natürlich bei eingeschalteter Heizung. Zehn bis fünfzehn Kilo: Das ist bei Weitem nicht die Masse, die – und hier machen wir zusätzlich noch einen geographischen Sprung – beispielsweise auf Grönland im Jahr schmilzt, das sind 200 bis 300 Kubikkilometer, also ein Würfel mit 200 oder 300 Kilometern Seitenlänge, viel größer als unser unter so unerwarteten Mühen befreiter Eisblock, der ja noch nicht einmal drei Kilometer dick war wie das grönländische, noch nicht geschmolzene Eis.
Anders gesagt: wenn zum Kühlschrankabtauen schon ein solcher Energieaufwand (kochendes Wasser, beheizte Küche und gleichfalls nicht zu unterschätzende Körperkräfte) nötig ist – was mag dann erst auf Grönland klimamäßig los sein, dass dort alles in diesem Ausmaß schmilzt like ice in the sunshine? Donald Trump, der es, wie wir eben wieder hörten, mit dem „Klima-Kult“ ja nicht so hat und sich Grönland wahrscheinlich immer noch nicht ganz aus dem Kopf geschlagen hat, sollte vielleicht einfach mal seinen Kühlschrank abtauen.
Source: faz.net