Weltwirtschaftsforum 2026: Kaliforniens Gouverneur fordert EU zu härterem Ton im Vergleich zu Trump hinaus



Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

Kaliforniens Gouverneur warnt EU vor Schwäche gegenüber Trump

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat die EU zu einem härteren Umgang mit Donald Trump aufgerufen. Die EU-Regierungschefs müssten ihre Position sehr klar deutlich machen, sagte der Demokrat, der zu den lautesten Kritikern Trumps in den USA gehört, der Bild-Zeitung. „Denn wenn ihr es nicht macht, muss euch klar sein: Dieser Typ versteht nur Stärke“, sagte Newsom.

„Sprecht mit einer gemeinsamen Stimme“, forderte Newsom die EU-Regierungschefs weiter auf. Andernfalls werde es in den kommenden Jahren zu mehr Fällen kommen, die dem Konflikt um Trumps Übernahmepläne für Grönland ähneln. Trump blühe auf, „wenn er Schwäche ausnutzen kann“, sagte der Gouverneur. „Wenn Staatenlenker ihm schmeicheln, wenn er einen Nobelpreis bekommt, wenn man ihm ‚Kronen‘ anbietet, ist das Schwäche.“

Zuvor hatte Newsom in einem anderen Interview den Umgang der EU-Regierungschefs mit Trump deutlich härter kritisiert. „Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben„, sagte Newsom dem britischen Sender Sky News. Es sei „erbärmlich“, wie Trump mit Ehrungen überhäuft werde. Weiter sagte der Politiker:

„Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker.“

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom

Gavin Newsom am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos
Gavin Newsom am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Petrina Engelke
Petrina Engelke

Trumps Ankunft in Davos könnte sich verzögern

US-Präsident Donald Trump ist auf seiner Reise zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos zunächst wieder zum Militärflughafen Joint Base Andrews im US-Bundesstaat Maryland zurückgekehrt. Nach Regierungsangaben hatte die Crew zuvor ein „kleines Problem mit der Elektrik“ festgestellt. Trump werde die Reise mit einem anderen Flugzeug fortsetzen, teilte seine Pressesprecherin Karoline Leavitt mit.

Verena Hölzl
Verena Hölzl

Amazon-Chef erwartet steigende Verbraucherpreise in den USA

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump lässt Amazon-Chef Andy Jassy zufolge die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten allmählich steigen. Der weltgrößte Onlinehändler und die auf der Plattform aktiven Händler hätten im vergangenen Jahr zwar erhebliche Warenbestände aufgebaut, bevor die Zölle in Kraft traten, sagte Jassy dem TV-Sender CNBC in Davos. Diese Reserven seien jedoch im Herbst ausgegangen. Damit „kriechen“ die Zölle nun auch in die Preise einiger Waren, wie er es formulierte.

Jona Spreter
Jona Spreter

Dmitrijew spricht mit Witkoff und Kushner

Der Gesandte Russlands, Kirill Dmitrijew, hat sich
in Davos mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, getroffen. Im Anschluss sprach Dmitrijew von einer „konstruktiven“ Zusammenkunft. Details nannte er nicht.

Marla Noss
Marla Noss

Trumps Zolldrohungen sorgen für fallende Kurse an der Wall Street

Die jüngsten Zolldrohungen von Donald Trump belasten die Aktienmärkte. An der Wall Street ist der Dow-Jones-Index der Standardwerte um rund 1,5 Prozent auf 48.727 Punkte gesunken. Auch der deutsche Leitindex Dax sank um 1,03 Prozent auf 24.703,12 Punkte. Trump hatte am vergangenen Samstag damit gedroht, weitere Zölle gegen acht europäische Staaten zu verhängen, darunter auch Deutschland, sollte den USA der Kauf Grönlands nicht gestattet werden.
Lesen Sie hier mehr über die aktuellen Börsenentwicklungen: 

Dieter Hoß
Dieter Hoß

Bundesbankchef Nagel sorgt sich um Unabhängigkeit der Fed

Der Chef der Bundesbank, Joachim Nagel, ‌hat sich besorgt über die Debatte über die Unabhängigkeit der US-Notenbank geäußert. Dies sei eine „sehr gefährliche Diskussion“, sagte er ‍in Davos. Er habe nie ​gedacht, dass er in seiner ‌Berufslaufbahn einmal darüber sprechen müsse, dass die Unabhängigkeit der ⁠US-Zentralbank in Gefahr sei.

Er ​wolle die US-Regierung bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass die USA nach dem ⁠Zweiten Weltkrieg dafür gesorgt hätten, dass die Bundesrepublik die unabhängige Bundesbank habe aufbauen können. Damit sei auch eine Basis für die jahrzehntelange Wachstumsgeschichte des Landes gelegt worden. „Und jetzt müssen wir über die ​Unabhängigkeit der Fed diskutieren“, sagte er.

Zugleich nannte Nagel ‍den US-Notenbankchef Jerome Powell einen exzellenten Zentralbanker, der über die vergangenen Jahre „eine enorm gute Erfolgsbilanz“ vorzuweisen habe.

Hannah Prasuhn
Hannah Prasuhn

Norwegen lehnt Teilnahme an Trumps Friedensrat ab

Der norwegische stellvertretende Außenminister Andreas Motzfeldt Kravik hat klargestellt, dass sich Norwegen nicht an dem von den USA geführten Friedensrat beteiligen wird. Das norwegische Außenministerium äußerte sich bisher nicht dazu.

Nach aktueller Planung würde der Rat auf Lebenszeit von US-Präsident Donald Trump geleitet und sich erst mit dem Gaza-Konflikt befassen, bevor er auf andere Konflikte ausgeweitet würde.

Konstantin Zimmermann
Konstantin Zimmermann

China warnt vor Eskalation bei Zöllen 

Die chinesische Regierung hat in Davos vor den Folgen von Handelskonflikten gewarnt. Handelskriege erhöhten nicht nur die Kosten der globalen Produktion und des Handels, sondern führten auch zu einer Zersplitterung der Weltwirtschaft, sagte der chinesische Vize-Ministerpräsident He Lifeng.
„Es gibt in den Zollkriegen oder Handelskriegen keine Gewinner.“

Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng

China werde weiter am multilateralen Handelssystem mit der Welthandelsorganisation im Zentrum festhalten und sich für eine inklusivere, effektivere und regelbasierte internationale Wirtschaftsordnung einsetzen, sagte der Vize-Ministerpräsident weiter. China sei ein Handelspartner und kein Gegner anderer Länder.
Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng spricht in Davos
Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng spricht in Davos. Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

Laut Macron kein G7-Treffen in Paris geplant

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen Vorschlag für ein kurzfristiges G7-Treffen in Paris aufgegeben. „Es ist kein Treffen geplant“, sagte Macron in Davos. Zuvor hatte Macron dem US-Präsidenten ein solches Treffen vorgeschlagen – und angeregt, dass daran auch Vertreter Dänemarks, Russlands, der Ukraine und Syriens teilnehmen könnten.

Das Treffen wäre allerdings zeitlich mit dem für Donnerstagabend geplanten EU-Sondergipfel zu Donald Trumps Zolldrohungen zusammengefallen. Macron hatte Trump seinen Vorschlag in einer privaten Textnachricht unterbreitet, die der US-Präsident anschließend veröffentlicht hatte.

Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

Macron warnt vor „Welt ohne Regeln“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich in Davos besorgt um die regelbasierte Weltordnung gezeigt. Er sehe „einen Wechsel zu einer Welt ohne Regeln, in der internationales Recht mit Füßen getreten wird und in der das einzige Recht, das zu gelten scheint, das Recht des Stärkeren ist“, sagte Macron. „Imperiale Ambitionen“ würden wieder auftauchen, sagte er weiter, ohne bestimmte Staaten beim Namen zu nennen.

Um dem zu begegnen, sei Europa entschlossen, in diesem Jahr stärker zu werden, sagte Macron. Zugleich kritisierte er die Zolldrohungen der US-Regierung. Sie seien „grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“, sagte Macron.

Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Er trägt die Sonnenbrille aufgrund einer harmlosen Entzündung am Auge.
Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Er trägt die Sonnenbrille aufgrund einer harmlosen Entzündung am Auge. Markus Schreiber/AP/dpa
„Wir bevorzugen Respekt gegenüber Rüpeln. Wir bevorzugen die Herrschaft des Rechts gegenüber Brutalität.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Vor Beginn des Davos-Forums hatte US-Präsident Donald Trump eine private Textnachricht Macrons an ihn veröffentlicht. „Ich verstehe nicht, was du bei Grönland machst“, schrieb Macron demnach an Trump. In Davos plane er nicht, mit Trump zu sprechen, sagte Macron Reportern nach seiner Rede.

Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

USA erwarten Lösung im Grönlandkonflikt

Die US-Regierung geht davon aus, eine Lösung im Konflikt mit der EU um die US-Absicht einer Übernahme Grönlands zu finden. Er sei zuversichtlich, dass die EU-Staats- und Regierungschefs die Lage nicht eskalieren ließen und es ein sehr gutes Ergebnis geben werde, sagte US-Finanzminister Scott Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.
US-Finanzminister Scott Bessent in Davos
US-Finanzminister Scott Bessent in Davos. Markus Schreiber/AP/dpa
Warnungen vor einem Handelskrieg bezeichnete Bessent als „Hysterie“. Zuvor sagte Bessent, er glaube nicht daran, dass die europäischen Länder US-Staatsanleihen verkaufen würden. Eine solche Maßnahme würde die USA mutmaßlich zu höheren Zinszahlungen an Gläubiger zwingen und gilt als mögliche Vergeltungsmaßnahme der EU. 

Hannah Prasuhn
Hannah Prasuhn

US-Finanzminister Bessent weist Vermutungen zum Staatsanleihen-Verkauf der Europäer zurück 

Laut US-Finanzminister Scott Bessent würde es „jeder Logik widersprechen“, sollten europäische Länder im Konflikt um Grönland als Vergeltungsmaßnahme US-Staatsanleihen abstoßen. In Davos teilte er mit, dass der US-Anleihenmarkt derjenige mit der „weltweit besten Performance“ sei. Er erwarte, dass die Regierungen europäischer Länder an den Anleihen festhalten wollten.

Bessent sagte zu der in Medienberichten erwähnten Möglichkeit des Verkaufs von US-Staatsanleihen, dass dies eine völlig falsche Darstellung sei: „Hören Sie nicht auf Medien, die hysterisch sind.“

Sollten europäische Staaten sich all ihrer US-Staatsanleihen entledigen, könnten in den USA die langfristigen Renditen steigen und die Regierung von US-Präsident Donald Trump müsste tendenziell mehr zahlen, um sich am Markt Geld zu leihen. Andere Nationen halten etwa ein Drittel der gehandelten US-Staatsanleihen. Wichtige Inhaber davon sind Japan, Großbritannien, Belgien, Kanada und Frankreich.

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Auch Ukraine soll Teil von Trumps Friedensrat werden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass die Ukraine von Donald Trump zum sogenannten Gaza-Friedensrat eingeladen wurde. Trump plant, das Mandat des Friedensrates auszuweiten und zu einem globalen Friedensrat unter seinem Vorsitz zu machen. Dazu hatte er bereits auch Russlands Staatschef Putin eingeladen.

Selenskyj sagte, ukrainische Diplomaten würden sich mit der Einladung auseinandersetzen. Er könne sich aber nur schwer vorstellen, in einem gemeinsamen Gremium mit Russland zu sitzen.

Eine mögliche Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos schloss Selenskyj wegen der angespannten Kriegslage durch neue Angriffe Russlands zunächst aus. Er wolle nur anreisen, wenn unterschriftsreife Papiere über Sicherheitsgarantien der USA und einen Wirtschaftsplan vorlägen.

Alexander Eydlin
Alexander Eydlin

EU-Kommission will mit USA an arktischer Sicherheit arbeiten

Ursula von der Leyen will die Zusammenarbeit der EU mit den USA bei der Sicherheit der Arktis vertiefen. Das kündigte die EU-Kommissionschefin im Hinblick auf die US-Übernahmepläne für Grönland an, die US-Präsident Donald Trump mit angeblichem Schutz der Arktis vor Russland und China begründet.

Die EU werde mit den USA und weiteren Partnern an einem umfassenden arktischen Sicherheitskonzept arbeiten, kündigte die CDU-Politikerin an. „Insbesondere glaube ich, dass wir unsere Mehrausgaben im Verteidigungssektor für eine europäische Eisbrecher-Flotte (…) nutzen sollten“, sagte von der Leyen.

Zugleich betonte die Kommissionschefin ihre Unterstützung für Dänemark und Grönland. Sowohl bei der Sicherheit als auch bei den Investitionen in Grönlands Wirtschaft wolle die EU sich künftig stärker engagieren.

„Die Souveränität und Integrität ihres Territoriums ist nicht verhandelbar.“

Ursula von der Leyen

Marie N’gouan
Marie N'gouan

Guterres nimmt nicht an Weltwirtschaftsforum teil

Eigentlich sollte UN-Generalsekretär António Guterres auf dem Weltwirtschaftsforum eine Rede halten. Nun habe er seine Teilnahme absagen müssen, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen. Grund dafür sei eine schwere Erkältung.