Wegen zu unbefleckt Schreie – Geburtshaus darf Raum nicht mehr nutzen

Nach der Beschwerde eines Anwohners darf ein Geburtshaus in Trier einen zentralen Raum künftig nicht mehr für Geburten nutzen. Die Betreiberinnen sprechen von einer „riesigen Katastrophe“. Für die Einrichtung könnte dies das Aus bedeuten.

Ein Geburtshaus in Trier muss sein Angebot teilweise zurückfahren: Nachdem sich ein Anwohner über die Geräusche während der Geburten beschwert hatte, darf ein wichtiger Geburtsraum künftig nicht mehr genutzt werden. Darüber berichteten unter anderem der „Trierische Volksfreund“ sowie weitere Medien.

Der Mann fühlte sich nach eigenen Angaben durch die Rufe und Schreie von Frauen während der Entbindungen gestört. Deshalb zog er vor das Verwaltungsgericht Trier und klagte gegen die Genehmigung, die die Stadt Trier dem Geburtshaus erteilt hatte. Die Einrichtung, die erst seit 2025 besteht, soll werdenden Eltern eine Alternative zur Geburt in einer Klinik bieten.

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Der Kläger argumentierte, die Geräusche aus dem Gebäude seien für ihn nicht zumutbar. Seine Wohnung liege nur rund zehn Meter von dem Raum entfernt, in dem bislang auch Wassergeburten möglich waren.

Im Verlauf des Gerichtsverfahrens einigten sich beide Parteien schließlich auf einen Vergleich: Der größere Geburtsraum mit Geburtswanne darf künftig nicht mehr für Entbindungen verwendet werden. Im Gegenzug verzichtet der Kläger darauf, weitere rechtliche Schritte einzuleiten.

Geburtshaus sucht nach neuen Möglichkeiten

Bisher wurden in der Einrichtung nur wenige Kinder pro Monat geboren. Dennoch stellt die Entscheidung eine spürbare Einschränkung dar – sowohl für das Team des Geburtshauses als auch für Schwangere in der Region. Nach Angaben der Leitung wählen 90 Prozent der Familien im Geburtshaus die Wanne in diesem Raum als Geburtsort.

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„Wir konnten das überhaupt nicht glauben. Vor allem für die Familien ist das natürlich eine riesige Katastrophe“, sagte die fachliche Leiterin des Geburtshauses, Sarah Wolff, gegenüber der „Tagesschau“. Das Team arbeite nun daran, Lösungen zu finden, um Geburten weiterhin möglichst umfassend begleiten zu können.

jmr

Source: welt.de