Was mehr als den Angriff hinauf Nationalgardisten in Washington traut ist

Nationalgardisten gehen auf den abgesperrten Tatort in Washington zu


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Stand: 27.11.2025 04:43 Uhr

US-Präsident Trump spricht nach Schüssen auf Nationalgardisten nahe dem Weißen Haus von einem „Akt des Terrors“. Welche Erkenntnisse gibt es bisher über die Attacke und den mutmaßlichen Täter? Ein Überblick.

Was ist passiert?

Den Behörden zufolge eröffnete ein Mann am Mittwochnachmittag (Ortszeit) mitten in der Innenstadt von Washington das Feuer auf zwei Nationalgardisten und verletzte diese schwer. Die Schüsse fielen nur zwei Straßenblocks nordwestlich vom Weißen Haus, nahe dem beliebten Treffpunkt Farragut Square.

Der stellvertretende Polizeichef von Washington, Jeffery Carroll, sagte, der Angreifer sei „um die Ecke gekommen“ und habe sofort auf die Nationalgardisten geschossen. Carroll verwies dabei auf ein Video, das von den Ermittlern ausgewertet worden sei. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser sprach bei einer Pressekonferenz von einer „gezielten Attacke“.

Laut Medienberichten soll mindestens eines der Opfer das Feuer erwidert haben. Nachdem andere Einsatzkräfte in der Umgebung die Schüsse gehört hatten, eilten sie herbei und überwältigten den mutmaßlichen Täter, nachdem dieser angeschossen worden war, wie Carroll weiter mitteilte.

Wer sind die Opfer?

Bei den beiden Opfern handelt es sich um Angehörige der Nationalgarde aus dem Bundesstaat West Virginia, die Teil des von Präsident Donald Trump angeordneten Einsatzes in der Hauptstadt sind. Weitere Details zur Identität der beiden haben die Behörden bisher nicht bekanntgegeben.

Die Bundespolizei FBI und die Bürgermeisterin von Washington teilten mit, die Gardisten befänden in einem „kritischen Zustand“. Zuvor hatte es Verwirrung gegeben: Der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, hatte zunächst auf mehreren Kanälen im Netz mitgeteilt, die beiden Opfer seien tot. Danach sprach er in einem weiteren Post von „widersprüchlichen Informationen“.

Was ist über den mutmaßlichen Täter bekannt?

Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Er werde in einem Krankenhaus behandelt. Berichten zufolge soll er aber nicht lebensgefährlich verletzt sein. Die Polizei geht derzeit von einem Einzeltäter aus.

Bei dem Verdächtigen handele es sich um einen afghanischen Staatsbürger, der 2021 in die USA einreiste, erklärte Präsident Trump in einer Ansprache an die Bevölkerung. Trump sprach von einem Terrorakt. „Dieser abscheuliche Angriff war ein Akt des Bösen, ein Akt des Hasses und ein Akt des Terrors.“ Konkretere Details zum möglichen Motiv nannte Trump nicht.

Laut dem Sender NBC und der Nachrichtenagentur Reuters untersucht das FBI den Angriff als möglichen Terrorakt.

Welche Reaktionen gibt es?

In seiner Ansprache sagte Trump, der Angriff unterstreiche „die größte Bedrohung für die nationale Sicherheit“ der Vereinigten Staaten. Er nannte Afghanistan ein „Höllenloch auf Erden“ und stellte die Behauptung auf, Millionen Menschen seien unter seinem Vorgänger Joe Biden aus aller Welt ungeprüft in die USA gekommen.

Er kündigte an, alle Personen, die während Bidens Amtszeit aus Afghanistan eingereist seien, erneut überprüfen zu lassen. Zudem werde er „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass alle Ausländer aus allen Ländern abgeschoben werden, die nicht hierhergehören oder unserem Land keinen Nutzen bringen“.

Trump ist derzeit anlässlich des Feiertags Thanksgiving in Florida. In einer ersten Reaktion hatte er den mutmaßlichen Schützen auf seiner Plattform Truth Social als „Tier“ bezeichnet und gesagt, er werde „einen hohen Preis zahlen müssen“.

Auch Heimatschutzministerin Kristi Noem behauptete, der Mann sei ohne die nötigen Überprüfungen ins Land gekommen. Belege dafür, dass die üblichen Überprüfungen vor Einreisen nicht stattgefunden hätten, nannten weder Trump noch Noem.

Pentagon-Chef Pete Hegeseth erklärte, Trump habe ihn gebeten, 500 weitere Nationalgardisten nach Washington zu entsenden. Auch der US-Präsident bestätigt die Entsendung weiterer Truppen. FBI-Chef Kash Patel sagte, die Gardisten seien „schamlos in einem entsetzlichen Akt der Gewalt“ angegriffen worden.

Ex-Präsident Biden verurteilte den Angriff. „Gewalt jeglicher Art ist inakzeptabel und wir müssen alle vereint dagegen vorgehen“, schrieb er auf X. Barack Obama teilte mit: „Gewalt hat keinen Platz in Amerika.“

Worum geht es beim Einsatz der Nationalgarde?

Seit dem Sommer sind mehr als 2.000 Nationalgardisten in Washington im Einsatz. Trump hatte sie im August in die Hauptstadt beordert und ihre heftig umstrittene Mobilisierung mit einer angeblich ausufernden Kriminalität begründet – obwohl Kriminalitätsstatistiken diese Darstellung nicht stützen und sich Washingtons Bürgermeisterin und Polizei gegen den Einsatz aussprachen.

Trotz Ablauf von Trumps Notfallverfügung und Klagen gegen die Präsenz der Truppen sind die Nationalgardisten immer noch vor Ort. Sie patrouillieren in Wohngebieten, an Bahnhöfen und anderen Orten, postierten sich an Kontrollposten auf Autobahnen und wurden auch für die Müllabfuhr und die Bewachung von Sportveranstaltungen abgestellt.

Vergangene Woche ordnete eine Bundesrichterin die Beendigung des Einsatzes an, setzte ihre Anordnung jedoch für 21 Tage aus, um der Trump-Regierung Zeit zu geben, entweder die Gardisten abzuziehen oder gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Source: tagesschau.de