Warten hinauf Trumps Startsignal?: Bericht: US-Militär plant zwei hochriskante Bodeneinsätze im Iran
Warten auf Trumps Startsignal?Bericht: US-Militär plant zwei hochriskante Bodeneinsätze im Iran
01.04.2026, 18:35 Uhr
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Am Abend will sich US-Präsident Trump an die Nation wenden. Im Pentagon laufen derweil detaillierte Planspiele für zwei Einsätze auf iranischem Boden, die allerdings zu hohen Verlusten bei US-Truppen führen könnten. Ein US-Magazin sieht Trump vor der wichtigsten Entscheidung seiner Präsidentschaft.
Einem Medienbericht zufolge plant das US-Militär zwei mögliche Angriffe unter Einsatz von Bodentruppen im Iran: Einen auf die Insel Charg, das Zentrum der iranischen Ölindustrie, und einen weiteren zur Erbeutung von angereichertem Uran. Wie die Zeitschrift „The Atlantic“ unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen im Pentagon berichtet, fehlt für die Einsätze nur noch das Startsignal von US-Präsident Donald Trump. Derzeit treffen Tausende zusätzliche US-Soldaten am Persischen Golf ein.
Bei einem Angriff auf die Insel Charg müssten US-Truppen möglicherweise verminte Gewässer durchqueren und sich gegen Drohnen- und Raketenangriffe verteidigen, hieß es. Die Insel wickelt demnach etwa 90 Prozent von Irans Ölexporten ab, sodass ihre Einnahme und Kontrolle durch die USA eine wichtige Einnahmequelle des iranischen Regimes kappen könnte.
Ein weiteres Szenario, das die Militärs dem Bericht zufolge planen, ist der Einsatz von Spezialkräften auf dem iranischen Festland, um hochangereichertes Uran unter US-Kontrolle zu bringen. Ein erklärtes Ziel der US-Regierung bei den Angriffen auf den Iran ist die Ausschaltung des iranischen Atomprogramms. Ein solcher Einsatz wäre jedoch mit erheblichen Risiken für die US-Soldaten verbunden: Dem Bericht zufolge würden diese per Lufttransport zu den Lagerstätten gebracht.
Demnach wäre eine schnelle Reaktion der iranischen Streitkräfte wahrscheinlich und die Bergung des Materials schwierig, weil US-israelische Angriffe bereits im vergangenen Sommer die Zugänge zu vermuteten Lagerstätten beschädigt hätten. „Soldaten könnten auf dem Weg in Hinterhalte geraten und spezialisierte Einheiten müssten das Uran bergen“, schreibt das Magazin.
Sind Trump die Risiken zu hoch?
Beide Missionen könnten zwar den Druck auf die Führung in Teheran erhöhen, würden jedoch aller Voraussicht nach nicht zu einem schnellen Ende des Kriegs führen. Präsident Trump hatte zuletzt mehrfach angedeutet, dass dieser nur noch wenige Wochen dauern solle. Außerdem bliebe die Straße von Hormus unter iranischer Kontrolle. Trump hat laut Quellen aus dem Pentagon noch nicht entschieden, ob er einen der Einsätze genehmigt.
Demnach hoffen einige Militärangehörige privat, dass der US-Präsident die Risiken für die beteiligten US-Soldaten als zu hoch einschätzt, um grünes Licht zu geben. Die Zeitschrift bezeichnet die Entscheidung als „die wichtigste von Trumps Präsidentschaft“, mit weitreichenden Konsequenzen für den Nahen Osten. Der Präsident will sich am Abend in einer Rede an die Nation wenden. Hohe Verluste beim Einsatz von Bodentruppen wären für Trump auch im Hinblick auf die anstehenden Zwischenwahlen zum US-Kongress im Herbst ein Desaster.
Source: n-tv.de