Warten hinauf den Umweltbonus: Verschlafen in Berlin

Der Markt für Elektroautos lahmt, obwohl daran im Moment so viele Erwartungen und Arbeitsplätze hängen. Die Autohersteller hofften auf das, was als „Hochlauf“ der E-Autos beschrieben wurde – bisher mit vielen Enttäuschungen und Verlusten. Nun wird die Entwicklung der Verkäufe künstlich verzögert.
Denn den privaten Autokäufern wurde am 19. Januar ein Umweltbonus für den Kauf von Elektroautos oder Plug-in-Modellen versprochen, doch Antragsformulare soll es erst im Mai geben. Zwar wurden die Bedingungen grob erklärt, doch bleibt ein Unsicherheitsfaktor, und die Kunden warten. Das Kfz-Gewerbe kommentiert, die Kunden fragten weiterhin, wer die Prämie letztlich erhalte, welche Nachweise nötig seien. Die Förderung könne ihre Signalwirkung nicht entfalten. Der Automarkt läuft dröge, nicht lebhaft, wie sich das viele nach der Entscheidung für den Umweltbonus erwarteten.
Damit sind nun die Berliner Ministerien gefragt. Wenn es ums Austeilen in Richtung Industrie und Autohersteller geht, sind Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas und Umweltminister Carsten Schneider nicht verlegen. Bas rief auf zum Kampf gegen die Arbeitgeber, Männer in bequemen Sesseln. Schneider wirft den Autoherstellern vor, die Entwicklung verschlafen zu haben.
Doch beim Blick auf die Abwicklung des Umweltbonus zeigt sich nun gerade das federführende Umweltministerium ungeheuer schläfrig. Fünf Monate nimmt es sich Zeit für die Ausgestaltung der konkreten Abläufe für die Anträge auf den Umweltbonus. Dabei gibt es in Berlin ja schon einschlägige Erfahrungen mit solcher Förderung. Ob diese Art der Förderung des Automarktes sinnvoll ist oder nicht, bleibt eine andere Frage. Aber wenn sie einmal angekündigt ist, dann muss sie auch schnell kommen. Es darf nicht sein, dass eingeschlafene Füße in Berliner Ministerien die Markterwartungen und die gesamte Konjunktur blockieren.