Warnung an Anleger: Finger weg von welcher Bayer-Aktie!
In unsicheren Zeiten spricht viel für sogenannte defensive Aktien. So nennen Investoren jene Unternehmen, die sich weitgehend unbeeindruckt vom Weltgeschehen stets einer stabilen Nachfrage erfreuen können. Lange Zeit gehörte der Leverkusener Bayer-Konzern in diese Kategorie, was allein schon mit dessen großer Pharmasparte zu tun hatte. Die Logik hinter dieser Anlageidee ist simpel: Medikamente brauchen die Menschen immer.
Wer sich den Kursverlauf der Bayer-Aktie über längere Zeiträume anschaut, bemerkt jedoch schnell: Diese einfache Logik kam schon lange nicht mehr zum Tragen. Denn seit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto vor mittlerweile fast einem Jahrzehnt ist Bayer in Gerichtsverfahren gefangen. Monsantos Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat mache krebskrank, behaupten in den USA viele Menschen. Bayer muss für die Rechtsstreitigkeiten immer noch so viel Geld ausgeben, dass man jüngst einen Milliardenverlust ausweisen musste.
Zuletzt schöpften gebeutelte Bayer-Aktionäre allerdings Hoffnung: Im Juni will der Oberste Gerichtshof der USA in der Glyphosat-Frage entscheiden. Auf der Hauptversammlung des Konzerns nächsten Freitag wird dieses Thema eine wichtige Rolle spielen. Viele Profianleger sind zuversichtlich, dass das Gericht im Sinne Bayers entscheidet: Zwei Drittel der Analysten empfehlen die Aktie darum zum Kauf.
Darauf sollten sich Anleger nicht einlassen. Der Ausgang von Gerichtsverfahren in Amerika ist nicht zu prognostizieren. Der Kauf der Bayer-Aktie zum jetzigen Zeitpunkt gleicht einer Wette auf den Eintritt eines einzelnen Ereignisses. Lieber sollten sich Anleger an Jeffrey Ubben orientieren, einem Investor, der seit 2024 im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt. Ubben soll seine Bayer-Anteile zuletzt reduziert haben.
Source: faz.net