Wal „ist rechts abgebogen“, sagt dieser Umweltminister, „und jetzt sitzt er verspannt“

Der geschwächte Buckelwal in der Ostsee hat sich erneut verirrt: Statt seinen Weg Richtung Atlantik fortzusetzen, ist das Tier in flaches Gewässer geschwommen. „Das ist wieder nicht schön von ihm“, sagt der Umweltminister.

Die Odyssee des Buckelwals in der Ostsee geht weiter: Nachdem das Tier in der Nacht auf Dienstag losgeschwommen ist, sitzt der Wal nun wieder fest. „Das ist wieder nicht schön von ihm. Er hat sich wieder nicht an seine Route gehalten“, sagte Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), am Dienstagmittag. Der Wal sei an diesem Tag von Schlauchbooten der Organisation Greenpeace begleitet worden.

„Er ist jetzt, wenn man so will, rechts abgebogen und in den Kirchsee eingeschwommen“, erklärte Backhaus. „Und dort sitzt er jetzt fest.“ Der Kirchsee ist eine Bucht der Insel Poel, die Teil der Wismarer Bucht ist.

Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, erklärte, dass der Wal nicht feststecke – er „sitze auf“. Das Wasser sei flach, aber wenn das Tier wolle, könne es weiterschwimmen. Darum soll der Wal erneut motiviert werden, die Bucht zu verlassen und seinen Weg aus der Wismarer Bucht zurück in den Atlantik zu finden. Die Lage bestätige, dass das Tier sehr geschwächt sei.

Der Wal irrt nach Behördenangaben seit rund vier Wochen durch die Ostsee. Am Montag vergangener Woche strandete er zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Dort konnte er sich nach mehreren Tagen und einer aufwendigen Rettungsaktion mit Baggern befreien, strandete aber am Samstag erneut in der Wismarer Bucht. Inzwischen wird sein Schicksal bundesweit verfolgt.

Größere Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, da die Bedingungen dort für sie nicht geeignet sind. Der von der „Bild“-Zeitung „Timmy“ getaufte Buckelwal leidet Experten zufolge unter anderem unter massiven Hautproblemen infolge des niedrigen Salzgehalts der Ostsee. Zudem hat er nach wie vor Netzreste im Maul, die bisher nur teils entfernt werden konnten.

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Wie er in die Ostsee gelangte und warum er bislang nicht selbstständig den Weg hinausfand, ist nicht abschließend geklärt. Ziel aller Bemühungen ist es, dass der Meeressäuger den Weg zurück durch die Meerengen am Ausgang des Binnenmeeres zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden findet. Von dort könnte er in die Nordsee und den Atlantik schwimmen.

AFP/nw

Source: welt.de