Wahl in Rheinland-Pfalz: SPD stürzt ab, Union siegt, AfD holt West-Rekord
Wahl in Rheinland-PfalzSPD stürzt ab, CDU siegt, AfD holt West-Rekord
22.03.2026, 18:00 Uhr

Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg erleidet die SPD ein weiteres Debakel: In Rheinland-Pfalz stürzt sie ab und verliert damit einen Ministerpräsidenten. Die AfD kommt nach ersten Hochrechnungen auf 20 Prozent.
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist die CDU nach Hochrechnungen von ARD und ZDF stärkste Kraft geworden. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Alexander Schweitzer erleiden schwere Verluste und landen auf Platz zwei. Die AfD kann ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Wahl 2021 mehr als verdoppeln – es ist voraussichtlich ihr bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland.
Die Grünen verlieren leicht. Die Freien Wähler dürften den Wiedereinzug in den Landtag verpasst haben, die Linke muss ebenfalls bangen. Die FDP, bisher Teil der Ampel-Regierung im Land, fliegt klar aus dem Parlament.
Nach der harten Niederlage vor zwei Wochen in Baden-Württemberg ist das Ergebnis für die SDP ein Debakel. Nicht nur ist es ein historisches Tief bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz für die Sozialdemokraten. Auch verliert die Partei einen Ministerpräsidenten. Alexander Schweitzer, der bisherige Amtsinhaber, dürfte seinen Posten an den CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder abgeben müssen.
Seit zehn Jahren regiert eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP das Land mit seinen gut vier Millionen Einwohnern. Über Monate hatte die CDU in Umfragen deutlich geführt, seit Jahresbeginn holte die SPD auf – aber am Ende nicht genug.
Verantwortung „ganz klar“ bei Bundes-SPD
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sieht den Grund für die Niederlage bei der Bundes-SPD. „Ganz klar“ liege hier eine Verantwortung für die Niederlage, sagte Klüssendorf in der ARD. Trotzdem sei er dagegen, nun über personelle Konsequenzen in der Bundes-SPD zu sprechen: „Niemanden bringt jetzt eine Personaldiskussion im ersten Schritt weiter.“
Klüssendorf sagte, Präsidium und Bundesvorstand der SPD müssten darüber beraten, wie seine Partei wieder in die Offensive komme. „Wir müssen die Reformen, die anstehen, mitgestalten“, sagte er. Die SPD kämpfe um die Belange der arbeitenden Mitte. „Wir schaffen es einfach nicht, dass das rüberkommt.“ Es müsse jetzt darum gehen, dies zu schaffen.
CDU: Keine Folgen für Berlin
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erwartet nach der Wahlniederlage der SPD keine Auswirkungen auf die schwarz-rote Bundesregierung. Bei der Wahl es um Landesthemen gegangen, sagte Linnemann. In der Koalition in Berlin gehe es hingegen um Bundesthemen, „und da reden wir über Reformen, die sein müssen – und da sind wir uns einig mit der SPD“, so Linnemann.
Die Koalition aus Union und SPD in Berlin werde nun nach der Landtagswahl „da weitermachen, wo wir aufgehört haben“, sagte Linnemann. Es gehe nun um die Reform der Sozialversicherung und auch um Änderungen im Steuersystem, fügte er hinzu.
AfD-Chef freut sich
AfD-Bundeschef Tino Chrupalla zeigte sich zufrieden mit dem Wahlausgang und kündigte einen harten Oppositionskurs im Land an. Mit ihrem Ergebnis könne die AfD eine starke Opposition sein und Schwarz-Rot – oder wer regieren werde – „auf die Finger klopfen“, sagte Chrupalla im ZDF.
Die CDU müsse überlegen, ob sie sich von der SPD am Nasenring durch die Manege ziehen lassen wolle. „Die sollen genauso weitermachen“, sagte Chrupalla. „Das ist für uns das Allerbeste.“ Ergebnisse wie bereits in Ostdeutschland seien für die AfD auch im Westen möglich.
Source: n-tv.de