Wahl in Berlin: Lange krankgeschrieben, nichtsdestoweniger im Wahlkampf: SPD-Politikerin sorgt für jedes Unmut

Uta Francisco dos Santos will für die SPD Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Mitte werden. Bei ihrer eigentlichen Arbeit ist sie jedoch schon seit Längerem nicht mehr erschienen.
Im November 2025 stellte die SPD in Berlin-Mitte ihre Kandidaten für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zur Bezirksverordnetenversammlung vor. Mit dabei: Uta Francisco dos Santos, die Bezirksbürgermeisterin werden wollte. Mittlerweile scheint aber auch bei den Sozialdemokraten unglücklich mit der Kandidatin zu sein.
Denn seit Tagen läuft in Berlin (und darüber hinaus) eine Diskussion, die Politikerin und Partei nicht gut dastehen lässt. Francisco dos Santos ist offenbar schon seit längerer Zeit krankgeschrieben, bekommt aber weiterhin Gehalt von ihrem Arbeitgeber, der Senatsverwaltung für Finanzen. Nichtsdestotrotz engagiert sie sich im Wahlkampf, worüber zuerst die Zeitung „B.Z.“ berichtet hatte.
SPD-Politikerin in Berlin-Mitte kandidiert trotz Krankschreibung
Demnach ist Francisco dos Santos bereits seit fast zwei Jahren krankgeschrieben. Der „B.Z.“ sagte sie, sie befinde sich in einer juristischen Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber. Das hinderte die Angestellte im öffentlichen Dienst allerdings nicht daran, sich politisch zu engagieren, sich zur Wahl aufstellen zu lassen und Wahlkampf zu betreiben. Fotos und Videos von Wahlkampfaktivitäten postet sie auf ihrer Instagram-Seite.
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Bei den Wählern sorgt das für viel Unmut. Das Verhalten von Francisco dos Santos sei „ein weiterer Schlag ins Gesicht der Arbeiter“, kommentiert ein User auf dem Instagram-Account der SPD Berlin-Mitte. „SPD 2026 fernab jeglicher Realität“, schreibt jemand anders. Auf ihrem eigenen Instagram-Profil hat Uta Francisco dos Santos die Kommentarfunktion deaktiviert. Als Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Mitte wäre sie für mehr als 360.000 Bürger zuständig.
Rückzug steht offenbar bevor
Bei „T-Online“ erklärte ihr Anwalt, die Kommunalpolitikerin sei wegen eines schweren Sportunfalls im Sommer 2024 länger krankgeschrieben gewesen. Danach sei ihre Rückkehr auf ihren Posten in der Senatsverwaltung „nicht erwünscht“ gewesen. Sie sei ohne Angabe von Gründen und gegen ihren Willen von ihrer Tätigkeit freigestellt worden.
Das ehrenamtliche politische Engagement habe ihrer Gesundheit gutgetan, das soll auch ein ärztliches Attest bescheinigen. Nach Angaben ihres Anwalts endet die Krankschreibung von Francisco dos Santos in der kommenden Woche, danach wechselt sie in die Elternzeit.
Ihre politischen Ambitionen kann die Sozialdemokratin aller Voraussicht nach jedoch begraben. Nachdem sie sich intern zunächst noch kämpferisch gegeben hatte, soll sie nun wohl ihren Rückzug erklären – auch auf Druck der Partei.
Für die SPD, die ohnehin schwer unter den Wahlniederlagen der vergangenen Wochen leidet, bleibt dennoch ein großer Imageschaden und Vertrauensverlust. Der Kreisverband Mitte müsste zudem einen neuen Kandidaten für die Wahl im September finden.
epp
Source: stern.de