Wadephul zu Iran-Krieg: „Müssen uns noch auf eine gewisse Zeit einrichten“

Johann Wadephul

Stand: 11.03.2026 • 00:07 Uhr

Nach der Israel-Reise und einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Rubio erwartet Bundesaußenminister Wadephul kein schnelles Ende des Iran-Kriegs. Aber auch Deutschland könne etwas zu den Bemühungen beitragen, sagte er in den tagesthemen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul geht nicht davon aus, dass die Angriffe im Nahen Osten schnell beendet werden. Zu dieser Einschätzung sei er bei seinem Besuch in Israel und dem Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar gekommen, sagte er in den tagesthemen. Zudem habe er gestern Abend mit US-Außenminister Marco Rubio telefoniert.

„Ich habe schon den Eindruck, es geht beiden nach wie vor im Wesentlichen darum, wirklich das Arsenal zu zerstören, was der Iran angesammelt hat“, so Wadephul. Das betreffe auch immer das Nuklearprogramm, aber vor allem ein Programm ballistischer Raketen, „die nicht nur Israel oder die Region hier, sondern auch Europa bedroht hätten“.

Exakt könne er ein Ende des Krieges nicht vorhersagen. „Aber ich glaube, wir müssen uns insgesamt noch auf eine gewisse Zeit einrichten, dass es weitergeht.“

Mit Partnern über Konditionen und Auswirkungen sprechen

Auch Deutschland könne in den Bemühungen hin zu einem Ende des Krieges etwas bewirken. „Wir können schon mit den Partnern darüber reden, zu welchen Konditionen dieser Krieg fortgeführt wird, was er für Auswirkungen hat, und was für uns Punkte sind, die zu berücksichtigen sind“, sagte Wadephul.

Die Auswirkungen müssten im Blick behalten werden, betonte er mit Blick auf potentielle neue Flüchtlingskrisen und die Energiepreise. Beide Punkte habe er bei seinem Besuch in Israel angesprochen.

Wadephul reist weiter nach Saudi-Arabien

Auch auf die leidenden Menschen im Iran müsse geschaut werden, sagte Wadephul. Er fügte hinzu: „Wir müssen auch Wert darauflegen, dass der Iran territorial erhalten bleibt. Dass es dort kein Chaos gibt in diesem Land.“ Dass sich der Konflikt nicht ausweite, scheine auch im Interesse der Golfstaaten zu sein. Und trotz der Kampfhandlungen im Nahen Osten dürfe auch der Krieg in der Ukraine nicht in Vergessenheit geraten, forderte der CDU-Politiker.

Wadephul hatte als erster europäischer Außenminister seit Beginn des Krieges Israel besucht. Am Abend reiste er weiter nach Saudi-Arabien und traf in der Hauptstadt Riad mit dem Außenminister des Königreichs, Faisal bin Farhan, zusammen.

Source: tagesschau.de