Vor geplanter Trump-Reise: Taiwans Oppositionsführerin erstmals seit dieser Zeit zehn Jahren zu Besuch in China

Vor geplanter Trump-ReiseTaiwans Oppositionsführerin erstmals seit zehn Jahren zu Besuch in China

07.04.2026, 13:08 Uhr

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Die taiwanische Oppositionsführerin Cheng Li-wun hielt vor ihrer Reise nach China eine Rede im Hauptquartier der Kuomintang. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Vorsitzende der taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang beginnt ihre sechstägige Reise nach China. Cheng Li-wun folgt damit der Einladung Xi Jinpings. Deutliche Worte kommen indes von der Regierung in Taipeh.

Inmitten der Spannungen zwischen Peking und Taipeh ist die Parteichefin der taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang (KMT), Cheng Li-wun, zu einem Besuch in China eingetroffen. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, landete Cheng mit einer Delegation am Flughafen Hongqiao in Shanghai und begann ihre Reise durch die Volksrepublik. Aufnahmen taiwanischer Medien zeigten, wie Cheng beim Aussteigen aus dem Flugzeug mit einem Blumenstrauß begrüßt wurde, bevor sie in einer Fahrzeugkolonne wegfuhr.

Chinas Kommunistische Partei und ihr Vorsitzender Xi Jinping hatten Cheng eingeladen, vom 7. bis 12. April nach China zu reisen. Es ist der erste Besuch einer KMT-Chefin in China seit zehn Jahren. Zuletzt war 2016 Hung Hsiu-chu als Vorsitzende der chinafreundlichen Partei in die Volksrepublik gereist.

Kurz vor ihrer Abreise sagte Cheng, sie wolle mit ihrem Besuch guten Willen zeigen. Sie hoffe, der internationalen Gemeinschaft zu verdeutlichen, dass beide Seiten der Taiwanstraße ihre Differenzen weiterhin durch friedlichen Dialog und Kommunikation lösen und einen Krieg vermeiden könnten.

Die Regierung in Taipeh warnte Cheng vor der Abreise deutlich vor Alleingängen. Der taiwanische Festlandrat-Minister Chiu Chui-cheng sagte, Parteikontakte könnten offizielle Kanäle nicht ersetzen. Ohne Zustimmung dürften keine politischen Vereinbarungen getroffen und keine Regierungsangelegenheiten verhandelt werden.

Chinas Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik, obwohl die Insel über eine eigene demokratisch gewählte Regierung verfügt. Peking sieht die seit 2016 regierende Demokratische Fortschrittspartei und ihren aktuellen Präsidenten Lai Ching-te als „Separatisten“, weil diese für eine Unabhängigkeit des Landes steht, die Lai formal aber nicht anstreben will. Für seine Verteidigung ist Taiwan auf Waffen und Hilfe der USA angewiesen. Chengs Besuch erfolgt gut einen Monat vor dem geplanten China-Besuch von US-Präsident Donald Trump.

Quelle: ntv.de, are/dpa/AFP

Source: n-tv.de