Von Storch kritisiert Chrupallas Forderung nachher US-Truppenabzug aus Deutschland

AfD-Chef Chrupalla setzt sich dafür ein, dass das US-Militär die Bundesrepublik verlässt. Dem stellt sich AfD-Fraktionsvize von Storch entgegen – sie verweist auf eine grundlegende Bedingung für einen so weitreichenden Schritt.

Audioplayer wird geladen

Die Außenpolitikerin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, übt Kritik an der Forderung ihres Parteichefs Tino Chrupalla, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen.

Zwar habe das Grundsatzprogramm der AfD „den Abzug aller ausländischen Truppen aus Deutschland zum Ziel, bindet dies aber an die Voraussetzung, dass Deutschland dann vollumfänglich in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen und seine Bündnispflichten innerhalb der Nato zu erfüllen. Daher gehört auch die Wiedereinsetzung der allgemeinen Wehrpflicht zum Grundsatzprogramm der AfD“, sagte sie dem „Inside AfD“-Podcast von „Politico“.

Lesen Sie auch

Ausgerechnet über die Forderung nach der Wehrpflicht ist sich die Partei aktuell aber nicht einig. Von Storch ergänzt im Hinblick darauf: „Von der Erfüllung dieser Voraussetzungen, Verteidigungsfähigkeit, ist Deutschland aber noch himmelweit entfernt. Jeder Schritt zur Reduktion von Nato-Truppen in Deutschland sollte daher in enger Abstimmung mit den Nato-Verbündeten, insbesondere den USA erfolgen, die selbst eine Reduktion ihres Engagements in Europa anstreben.“

Besonders die Frage der nuklearen Teilhabe müsse mit den USA geklärt werden, „da Deutschland ohne den nuklearen Schutzschirm der Amerikaner über keine eigene nukleare Abschreckung verfügt“, so von Storch. „Ohne diese enge Abstimmung mit den Verbündeten und die vollumfängliche Schaffung der Verteidigungsfähigkeit wäre Deutschland Angriffen von außen schutzlos ausgeliefert.“

Pauline von Pezold ist Reporterin beim Newsletter „Playbook“ von „Politico“ Deutschland. Seit Februar 2026 erscheint wöchentlich ihr Podcast „Inside AfD“.

Source: welt.de