Volker Bouffier und Bodo Ramelow: „Ich merkte: Volker kriegt das nicht hin. Da habe ich ihn untergehakt“
Ein Bürogebäude des Deutschen Bundestags, an einem Dezemberabend, die Gänge sind leer, die meisten Büros schon dunkel. Ein älterer Herr in Anzug und Krawatte passiert die Sicherheitsschleuse: Volker Bouffier, 74, Urgestein der CDU und früherer Ministerpräsident von Hessen. Er nimmt den Aufzug nach oben. Dort wartet Bodo Ramelow, 69, Abgeordneter der Linken und Vizepräsident des Bundestags, außerdem Ex-Regierungschef von Thüringen. Die Aufzugtür öffnet sich, Ramelow breitet die Arme aus, Bouffier strahlt. Schulterklopfen, großes Hallo. Ramelow führt Bouffier in sein Arbeitszimmer: ein stattlicher Schreibtisch, Blick auf den Reichstag. Bouffier staunt („Mensch, Bodo, dolles Büro!“), Ramelow plaudert über sein Amt als Abgeordneter („Eigentlich wollte ich ja in Rente gehen“). Die Parteien der beiden Männer trennt ein sogenanntes Unvereinbarkeitsgebot: ein Beschluss der Christdemokraten, niemals mit den Linken zusammenzuarbeiten. Dennoch sind Bouffier und Ramelow einander eng verbunden. Als Bouffier 2022 aus der Politik ausschied, hielt die rührendste Abschiedsrede kein CDUler, sondern: Bodo Ramelow.