Vibration an dieser Umschlagplatz: Die Folgen dieser KI-Disruption

Neben Open AI gehört Anthropic heute zu den wichtigsten amerikanischen Start-ups für Künstliche Intelligenz. Und Dario Amodei, der Mitgründer und Vorstandschef des Unternehmens, ist für sehr beunruhigende Warnungen vor dem Disruptionspotenzial bekannt, das von KI-Technologien ausgeht.
Er hat gesagt, KI könnte die Arbeitslosenquote innerhalb von fünf Jahren auf zehn bis 20 Prozent steigen lassen und die Hälfte aller Bürostellen für Berufseinsteiger eliminieren. Für Anwälte, Banker und Unternehmensberater sei die KI-Bedrohung besonders groß.
Anthropic arbeitet an dieser Disruption kräftig mit – und hat jetzt mit einer neuen Variante seines KI-Systems Claude sogar Panik an den Finanzmärkten geschürt. Es ist ein Assistenzprogramm, das dabei hilft, diverse Bürotätigkeiten zu automatisieren, und es kann Aufgaben erledigen, für die sonst klassische Unternehmenssoftware genutzt wird.
Ein weiterer Weckruf
Anthropic hat auch spezielle Zusatzbausteine für dieses Programm vorgestellt, die auf bestimmte Arbeitsgebiete abzielen, also zum Beispiel juristische Aufgaben wie die Prüfung von Verträgen. All das verstärkte Sorgen, dass KI nun ein Berufsfeld nach dem anderen automatisieren und damit auch andere Software ersetzen könnte. Die Aktien vieler Softwareunternehmen verloren an Wert.
Die Marktreaktion mag überzogen sein. KI wird nicht von heute auf morgen auf breiter Front Anbieter klassischer Software überflüssig machen. Manche Unternehmen sind isolierter als andere, gerade wenn sie mit sensiblen Daten umgehen oder sich auf stark regulierten Gebieten bewegen.
Aber wenn es nun selbst Menschen ohne größere Computerkenntnisse dank KI möglich ist, schnell ihre eigene Software zu entwickeln, stellt das ohne Zweifel die Zukunftsperspektiven der Branche in Frage und bedroht die hohen Gewinnmargen, von denen sie lange verwöhnt war.
Das Beben an den Finanzmärkten ist nun ein weiterer Weckruf. Eine Branche, die sich gerne selbst als disruptive Kraft sieht, droht nun selbst zum Opfer von Disruption zu werden.