Verteilung von Kitaplradieren: Wenn plötzlich die Krippenkinder fehlen
Es ist nicht lange her, da hätten ihnen Eltern die Bude eingerannt, sagt Stefanie Fischer. „Wir hatten nie so viele Plätze, wie wir Anfragen hatten.“ Die 41-Jährige betreibt mit ihrem Mann eine Großtagespflege in der Kölner Innenstadt. Neun kleine Kinder können sie betreuen. Im vergangenen Kitajahr, das am 31. August zu Ende ging, habe sie „sieben Kinder gehen lassen müssen“, sagt Fischer. „Ich hatte noch nie so eine Fluktuation.“
Denn immer häufiger bekämen schon Eltern von Ein- oder Zweijährigen kurzfristige Platzangebote von Kindertagesstätten – und würden sie oft allein schon aus Angst annehmen, sonst „auf der Liste nach unten zu rutschen“, also später keinen Platz mehr zu bekommen. Für die Kinder heißt das, eventuell zweimal innerhalb kurzer Zeit eingewöhnt zu werden. Für die Fischers heißt das, dass sie in einem Job, der ohnehin sehr wenig Geld bringt, immer schlechter planen können.