Verluste durch Kurseinbruch: Was wird aus Teslas Bitcoin-Schatz?

Der Elektroautohersteller Tesla gehört zu den größten Haltern von Bitcoin. Zum 31. Dezember 2025 standen 11.509 Einheiten der bekanntesten Kryptowährung in der Tesla-Bilanz, genauso viele wie zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahrs am 31. Dezember 2024.
Während des Bitcoin-Booms nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten verbuchte Tesla dank des unternehmenseigenen Bitcoin-Guthabens Millionengewinne. Grund dafür war auch eine Anpassung der Bilanzregeln, die einen Ausweis von Kryptoanlagen zu aktuellen Kurswerten erlauben. Zuvor mussten digitale Vermögensgegenstände zum Tiefstkurs bewertet werden. Mit der Fair-Value-Bewertung zu aktuellen Kursen bewegen sich die Zahlen nicht nur rasant nach oben, sondern ebenso schnell nach unten.
Teslas Bitcoin-Schatz ist langfristig immer noch im Plus
Das Unternehmen von Hightech-Pionier Elon Musk hat zu vergleichsweise günstigen Kursen in Bitcoin investiert. Die Anschaffungskosten der 11.509 Bitcoin betragen laut Tesla-Bilanz 386 Millionen Dollar. Das entspricht einem durchschnittlichen Anschaffungskurs von 33.500 Dollar je Bitcoin. Trotz des jüngsten Einbruchs der Kryptowährung liegt das immer noch weit unter dem aktuellen Bitcoin-Kurs von etwa 65.000 Dollar. Auf lange Sicht ist Tesla mit seiner Bitcoin-Reserve also kräftig im Plus. Allerdings weiß niemand, wie tief der Bitcoin noch fallen kann.
Schon der Wertverlust gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist gewaltig. Zum 31. Dezember 2025 waren die von Tesla bilanzierten Bitcoin etwas mehr als eine Milliarde Dollar wert. Zum Vergleich: Tesla hat eine Bilanzsumme von 137 Milliarden Dollar. Ausgehend vom aktuell tief eingebrochenen Kurs wären die 11.509 Bitcoin nur noch 758 Millionen Dollar wert. Das entspricht einem Verlust von etwa 340 Millionen Dollar gegenüber dem Bilanzstichtag, falls Tesla zwischenzeitlich keine Bitcoin-Reserven zu höheren Kursen verkauft haben sollte.
Solange Tesla die Bitcoin weiter hält, führen aktuelle und künftige Kurseinbrüche nur zu unrealisierten Buchverlusten, durch die kein Geld abfließt. Verglichen mit dem günstigen Anschaffungskurs ist Tesla immer noch um etwa 362 Millionen Dollar im Plus. Auch dabei handelt es sich um einen unrealisierten Gewinn.
Die Buchgewinne auf die Bitcoin-Anlagen wirkten während des Kryptobooms als Gegengewicht für die sinkenden Gewinne aus dem Kerngeschäft, die Tesla im durch internationale Konkurrenten umkämpften Markt für Elektroautos verbuchte. Mit dem Einbruch der Kryptokurse dürfte dieses Gegengewicht weggebrochen sein.