Vereinte Nationen: USA kürzen humanitäre Hilfe z. Hd. die UN spürbar
Die US-Regierung hat den Vereinten Nationen für das kommende Jahr zwei
Milliarden Dollar (etwa 1,7 Milliarden Euro) an humanitärer Hilfe zugesagt – deutlich
weniger als in den Jahren zuvor. Bereits in diesem Jahr sank der Betrag auf 2,7
Milliarden Dollar. 2022 waren es noch mehr als 14 Milliarden Dollar gewesen, in
den beiden darauffolgenden Jahren beliefen sich die US-Hilfen auf je elf
Milliarden Dollar.
Die USA wollen mit ihrer Zusage die Art ihrer Unterstützung
für die humanitäre Arbeit der UN grundlegend verändern. Anstatt Zahlungen an
einzelne UN-Organisationen zu leisten, werden die USA ihre Beiträge an das
UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) zahlen. Die US-Hilfen werden dann
an 17 ausgewählte Länder weitergeleitet, darunter die Demokratische Republik Kongo, Haiti,
Myanmar, den Sudan und die Ukraine. Keine US-Mittel bekämen der Jemen, Afghanistan
und der Gazastreifen im Rahmen des neuen Mechanismus, sagte der UN-Nothilfekoordinator Tom
Fletcher. Die UN würden sich um Unterstützung von anderen Gebern
für diese Regionen bemühen.
Sonderweg für Gazahilfe
Der Gazastreifen werde auf einem gesonderten Weg behandelt,
sagte Jeremy Lewin, Staatssekretär im US-Außenministerium. Die
USA hätten nach der von der Regierung von US-Präsident Donald Trump vermittelten
Waffenruhe im Gazastreifen bereits mehr als 300 Millionen Dollar
für die UN-Organisationen genehmigt. Zudem würden die USA daran
arbeiten, weitere Geber für einen gemeinsamen Fonds für den
Gazastreifen zu gewinnen.
Der Zentrale Nothilfefonds der UN, der bei neuen Notlagen
oder einer raschen Verschärfung bestehender Krisen schnelle Hilfe leistet, wird
ebenfalls mit US-Geldern unterstützt. UN-Daten zufolge sind die USA nach wie
vor der weltweit größte Geber humanitärer Hilfe.
Weniger Hilfszusagen als benötigt
Für das laufende Jahr hatten die UN zu Hilfen in Höhe von
mehr als 45 Milliarden Dollar aufgerufen. Dies brachte aber lediglich Hilfszusagen in Höhe von zwölf
Milliarden Dollar ein. Die UN konnten infolgedessen nur 98 Millionen Menschen
helfen, 25 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Entscheidend für diese
Entwicklung waren die USA, die unter Präsident Trump ihre Auslandshilfen
deutlich reduziert haben.
Die UN schätzen, dass etwa 240 Millionen Menschen weltweit unter Kriegen, Epidemien oder Naturkatastrophen leiden und deshalb auf Nothilfe
angewiesen sind.