Verdacht welcher Geldwäsche: Bundeskriminalamt durchsucht Zentrale welcher Deutschen Bank in Frankfurt

Wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht das Bundeskriminalamt (BKA) die Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt und Berlin. Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte gegenüber der F.A.Z.: „Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird. Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen.“ Ausführlicher wollte sich das größte deutsche Geldhaus nicht äußern.

Die Ermittlungen richten sich gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche (§ 261 StGB) und in Zusammenhang stehender weiterer Vorwürfe nach dem Geldwäschegesetz, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt der F.A.Z. mit.

Erneute Vorwürfe der Geldwäsche

In der Vergangenheit habe das Bankhaus Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten, die im Rahmen von weiteren Ermittlungen wiederum im Verdacht stünden, selbst zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein, hieß es weiter. Weitere Angaben zu den Geschäftsbeziehungen, insbesondere zu erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, konnte der Sprecher nicht machen. Nachdem Medien über die Razzia berichteten, sank der Aktienkurs deutlich.

Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abzugeben, haben der Deutschen Bank wiederholt Ärger eingebrockt. Ende April 2022 zum Beispiel durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt. Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, der Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen sollte.

Der Verdacht der Geldwäsche hängt laut der „Süddeutschen Zeitung“ und dem „Spiegel“ mit einem prominenten früheren Kunden der Bank zusammen: dem russischen Millardär Roman Abramowitsch, der seit März 2022 in der EU sanktioniert wird. Die Deutsche Bank soll offenbar eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet an die Behörden abgegeben haben.