Verbraucherpreise: Inflation sinkt im Februar uff 1,9 Prozent

Die Inflation in Deutschland belief sich im Februar auf 1,9 Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag aufgrund einer ersten Schätzung mitgeteilt. Im Januar hatte die Rate 2,1 Prozent betragen, nach 1,8 Prozent im Dezember.

Die Preise vieler Lebensmittel haben zuletzt wieder angezogen, die Entwicklung war aber nicht einheitlich. Es gab zum Teil auch schon kräftige Gegenbewegungen. Entlastung gab es für die Verbraucher durch niedrigere Energiepreise. Die Kraftstoffpreise allerdings stiegen wieder, unter anderem wohl wegen der Spannungen in Iran, aber auch im Zusammenhang mit dem höheren CO2-Preis für den Klimaschutz. Dienstleistungen von der Autoreparatur bis hin zur Pflege verteuerten sich überdurchschnittlich.

Die Anhebung des Preises für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro hat zudem das Bahnfahren gegenüber dem Vorjahr verteuert. Auch die Preise in der Gastronomie zogen trotz der zum Jahreswechsel abgesenkten Mehrwertsteuer weiter an. Viele Gastwirte haben die Steuersenkung wohl nicht an ihre Kunden weitergegeben.

Was genau alles teurer oder billiger wurde, verraten die schon detaillierter veröffentlichten Zahlen für Nordrhein-Westfalen, die meistens relativ repräsentativ für ganz Deutschland sind.

Demnach verteuerten sich Obstkonserven auf Jahressicht um 33,5 Prozent. Kaffee wurde 24,6 Prozent teurer. Paprika stiegen 19,8 Prozent im Preis.

Deutlich günstiger angeboten wurden beispielsweise Butter um 33 Prozent, Quark um 27,1 Prozent und Kartoffeln um 13,7 Prozent. Speisefette und -öl sanken auf Jahressicht 20,1 Prozent im Preis. Es gab aber auch viele Lebensmittel mit leichten Preisrückgängen, etwa Brot um 0,3 Prozent.

Die Energiepreise waren im Februar im Schnitt 1,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Dabei sank der Preis für Heizöl um 8,1 Prozent, der für Strom um 2,6 Prozent und der für Erdgas um 2,3 Prozent. Kraftstoffe dagegen verteuerten sich um 0,6 Prozent; Diesel mit plus 2,0 Prozent mehr als Benzin mit plus 0,2 Prozent.

Teuerung in Deutschland zuletzt über dem Durchschnitt

Die Inflation in Deutschland lag zuletzt oberhalb des Durchschnitts in der Eurozone, die im Januar lediglich 1,7 Prozent betragen hatte.

In manchen Ländern, in denen die Teuerung zuvor niedrig gewesen war, hat sie im Februar allerdings angezogen. So hat sich die Rate in Frankreich mehr als verdoppelt von 0,4 auf 1,1 Prozent. Als ein Grund wurden in Paris teurere frische Lebensmittel genannt.

Auch in Spanien, das zuletzt schon eine überdurchschnittliche Inflation gehabt hatte, ist die Rate im Februar weiter angestiegen, von 2,4 auf 2,5 Prozent. Die Inflationsrate für den gesamten Euroraum, an der sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) orientiert, wird am Dienstag veröffentlicht.

EZB sieht sich „wohl positioniert“

Die EZB hatte sich zuletzt zufrieden mit der Inflationsentwicklung gezeigt. Allerdings hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde hervorgehoben, die Notenbank entscheide weiterhin „datenabhängig“ und „von Sitzung zu Sitzung“.

Ökonomen rechnen überwiegend mit einer längeren Zinspause der EZB. Jari Stehn, der Europa-Chefvolkswirt des Investmentbank Goldman Sachs, hält es sogar für möglich, dass die Notenbank die Zinsen jetzt über Jahre unverändert lässt, wenn es keine neuen Schocks geben sollte.

Der Ökonom Holger Schmieding vom Hamburg Bankhaus Berenberg rechnet immerhin mit einer Zinspause bis ins nächste Jahr. Die Tagesgeldzinsen für Verbraucher waren zuletzt wieder etwas gestiegen, auf durchschnittlich 1,45 Prozent, die Bauzinsen waren etwas gesunken auf 3,73 Prozent für Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung.

Source: faz.net