Venezuela und USA: USA setzen diplomatische Annäherung mit Venezuela fort
Die Übergangsregierung von Venezuela
und die USA nähern sich diplomatisch weiter an. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez traf mit der
US-Gesandten Laura Dogu zusammen, wie die Regierung in Caracas
mitteilte. Bei dem Treffen im Präsidentenpalast Miraflores sei
es um die Arbeitsagenda zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten gegangen.
Die Regierungen beider Länder
hätten sich vorgenommen, bei Themen von beiderseitigem Interesse
auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt und internationalem
Recht voranzukommen, hieß es in der Erklärung weiter. An dem Gespräch
nahmen demnach auch Venezuelas Parlamentspräsident Jorge Rodríguez und
Außenminister Yvan Gil teil.
Hintergrund ist die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA Anfang Januar. Seitdem wurden in
dem südamerikanischen Land einige politische Gefangene
freigelassen und Rodríguez als Übergangspräsidentin vereidigt.
Zudem vereinbarten beide Länder die Ausfuhr von venezolanischem
Rohöl im Wert von bis zu zwei Milliarden Dollar in die USA.
Rodríguez strebt eine Normalisierung der Beziehungen an. US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, das Verhältnis zur Übergangsregierung entwickle sich gut. Dogu habe mit Rodríguez über die US-Pläne für „Stabilisierung, wirtschaftliche Erholung, Versöhnung und Übergang“, gesprochen, hieß es in einer von Dogu auf X veröffentlichten Erklärung. Dazu veröffentlichte die US-Botschaft ein Foto von Dogus Treffen mit Rodríguez.
Nobelpreisträgerin Machado stimmt Treffen mit Rodríguez zu
Rodríguez ernannte derweil mehrere neue Mitglieder ihres Kabinetts. Der ehemalige Außenminister Félix Plasencia soll venezolanischer Botschafter in den USA werden. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und den USA waren 2019
abgebrochen worden. Zudem ernannte Rodríguez Daniella Cabello, die
Tochter des mächtigen Innenministers Diosdado Cabello, zur
venezolanischen Tourismusministerin.
Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado erklärte sich zu einem Treffen mit Rodríguez bereit. „Wenn es notwendig ist, in einem Treffen Gedanken auszutauschen, um einen Zeitplan für den Übergang festzulegen, wird es stattfinden“, sagte Machado in einem Videogespräch mit Journalisten. Sie fügte jedoch hinzu, dass Rodríguez‘ Übergangsregierung „immer noch die Mafia“ sei.
Zuletzt hatte Rodríguez eine Massenamnestie für Häftlinge angekündigt, die wegen „politischer Gewalt“ einsäßen. Außerdem teilte sie mit, das berüchtigte Gefängnis El Helicoide in Caracas schließen zu lassen.