Venezuela: Trump-Regierung greift kombinieren souveränen Staat an und nimmt Maduro gefangen
US-Bomber flogen Angriffe am frühen Morgen, der venezolanische Präsident Nicolás Maduro rief noch zum Widerstand gegen die US-Aggression auf. Doch dann reklamierte Trump den Angriff und sagte, Maduro sei festgenommen und ausgeflogen worden
Mitglieder der Präsidentengarde stehen vor dem Präsidentenpalast Miraflores, nachdem am Samstag, dem 3. Januar 2026, in Venezuelas Hauptstadt Caracas Explosionen und tief fliegende Flugzeuge zu hören waren.
Foto: Picture Alliance/ASSOCIATED PRESS/Cristian Hernandez
„Das ganze Land muss sich mobilisieren, um diese imperialistische Aggression abzuwehren“, hatte Nicolas Maduro seine Landsleute und die Streitkräfte eingeschworen. Seit den frühen Morgenstunden des Samstag sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas immer wieder Explosionen und tief fliegende Flugzeuge zu hören. Wie das Weiße Haus mitteilt, soll Donald Trump den Angriff persönlich angeordnet haben.
Soviel bisher bekannt ist, haben Raketen nicht nur Militärbasen im Süden von Caracas getroffen. Es gibt auch Attacken auf Ziele in den Bundesstaaten Miranda, La Guaira und Aragua. Offenbar soll ein den USA genehmes Regime eingesetzt werden, um die Kontrolle über die Ressourcen des Landes, besonders über Öl und Mineralien, übernehmen zu können. Der venezolanische Präsident Nicholas Maduro soll zusammen mit seiner Frau von US-Truppen gefangen genommen und außer Landes gebracht worden sein; das behauptete auch Trump in einem Post in den sozialen Medien.
Damit hat sich bestätigt, was seit Wochen durch eine überbordende US-Marine-Präsenz in der Karibik vorbereitet wurde und vor Tagen mit den ersten Schlägen gegen venezolanische Hafenanlagen die erwartbaren Eskalationsszenarien durchlief. Die Trump-Regierung setzt Venezuela als souveränen Staat einer Aggression aus, wofür es seit Jahrzehnten in Lateinamerika kein vergleichbares Beispiel mehr gab. Auch wenn sich die USA in den siebziger und achtziger Jahren als Sympathisanten und Helfer rechter, teils faschistoider Militärregierungen auf dem Subkontinent häufig zu ihrem Vorteil eingemischt haben – man schien doch die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert abgeschrieben zu haben.
Permanente rhetorische Provokation
Das Vorspiel dieser Rückkehr zu interventionistischer Selbstherrlichkeit begann im August 2025 mit den ersten tödlichen Luftangriffen auf mutmaßliche Drogenboote, bei denen inzwischen über 100 Menschen ums Leben kamen. Es folgte eine Zeit der permanenten rhetorischen Provokation durch die US-Regierung, mit der sich Trump selbst unter Zugzwang setzte.
Maduro rief vor seiner Festnahme durch US-Spezialeinheiten die internationale Gemeinschaft auf, diesen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht zu verurteilen, der Millionen von Menschenleben gefährde. Er ordnete an, dass „alle nationalen Verteidigungspläne sofort in Kraft treten“. Er wollte sich auf Volksmilizen stützen, die aus den einstigen Komitees zur Verteidigung der Revolution hervorgegangen sind.
Unterstützung in Lateinamerika kam vor allem vom Präsidenten des Nachbarlandes Kolumbien. Gustavo Petro schrieb in den sozialen Medien, Venezuela sei angegriffen worden. „Sie bombardieren gerade Caracas mit Raketen“, hieß es auf X. Es müsse eine sofortige Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates geben. Das Pentagon reagierte bisher nicht auf Anfrage wegen einer Stellungnahme. Präsident Trump hingegen sprach von einer „brillanten Aktion“.