Venezuela: Mit dem Maduro-Kidnapping offenbart Trump seine Schwäche
Kaum haben amerikanische Spezialkräfte die völkerrechtswidrige Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vollzogen, droht die US-Regierung schon mit weiteren Interventionen. So brachte Donald Trump etwa einen Militäreinsatz in Kolumbien ins Spiel und ließ Reporter des Atlantic wissen, die Vereinigten Staaten „bräuchten“ Grönland, und zwar „absolut“. Außenminister Marco Rubio wiederum sprach eine Warnung an Kuba aus, dessen Führung sich „Sorgen“ machen solle.
Es besteht kein Zweifel: Donald Trump, der während seiner ersten Amtszeit noch versprochen hatte, mit dem US-Interventionismus endgültig Schluss zu machen, legt in dieser Hinsicht eine Kehrtwende hin. Was seine nationale Sicherheitsstrategie vor Kurzem auf dem Papier angedroht hatte, wird Wirklichkeit: Die Vereinigten Staaten verfolgen eine aggressive Großraumpolitik. Mit diesem Begriff beschrieb der Theoretiker und sogenannte Kronjurist des Dritten Reichs Carl Schmitt ein geopolitisches Konzept, wonach Imperialmächte souverän über bestimmte Einflusszonen herrschen.