USA und Iran: Mindestens 60 US-Kampfjets in Jordanien in Bereitschaft
Das US-Militär bereitet sich offenbar auf einen Angriff auf den Iran vor. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, die militärischen Planungen mit Blick auf den Iran hätten ein „fortgeschrittenes Stadium“ erreicht. Dabei stehen offenbar verschiedene Optionen zur Debatte: von der gezielten Tötung einzelner Personen bis hin zu einem Regimewechsel, sollte US-Präsident Donald Trump dies anordnen.
Eine Schlüsselrolle bei einem Angriff auf den Iran könnte der New York Times zufolge dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffak Salti zukommen. Dort befinden sich dem Bericht zufolge derzeit mindestens 60 US-Kampfjets – dreimal so viele wie normalerweise, wie die Zeitung schreibt. Demnach landeten auf dem Stützpunkt seit dem vergangenen Wochenende zudem 68 Frachtflugzeuge. Satellitenaufnahmen, auf die sich die New York Times bezieht, zeigen darüber hinaus auch Drohnen und Helikopter.
Trump hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus in Washington, D.C. auf Nachfrage bestätigt, dass er einen begrenzten Angriff auf den Iran erwägt. Er fügte mit Blick auf die iranische Führung hinzu: „Sie sollten besser ein faires Abkommen aushandeln.“ Am Tag zuvor hatte Trump dem Iran im Atomstreit ein Ultimatum gestellt und gesagt, es drohten „wirklich schlimme Dinge“, sollte es binnen zehn bis 15 Tagen keine Einigung im Streit um das iranische Atomprogramm geben.
Zwischen den USA und dem Iran hatte es zuletzt indirekte Verhandlungen im Oman und in Genf gegeben, die jedoch bislang ergebnislos verliefen. Bei den Gesprächen geht es um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen darüber hinaus auch eine Einigung über das iranische Raketenprogramm erzielen, was der Iran ablehnt. Auch am Recht auf einer fortgesetzten Urananreicherung hält das Regime in Teheran fest.
Streit um Recht auf Urananreicherung
Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi kündigte in einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Interview im US-Sender MS NOW an, ein Gegenangebot für den US-Vorschlag bei den Verhandlungen in Genf vorlegen zu wollen. Er gehe davon aus, dass ein Entwurf für ein solches Angebot in den kommenden Tagen von ranghohen iranischen Vertretern geprüft werden würde, sagte Aragtschi. Eine Fortsetzung der indirekten Gespräche mit den USA sei in etwa einer Woche möglich.
Nach Aragtschis Angaben hatten die USA in Genf keinen vollständigen Verzicht auf eine Urananreicherung im Iran gefordert. „Worüber wir jetzt sprechen, ist, wie sichergestellt werden kann, dass das iranische Atomprogramm – einschließlich der Anreicherung – friedlich ist und für immer friedlich bleibt“, sagte er in dem Interview. Aus dem US-Präsidialamt hieß es dazu auf Nachfrage: „Der Präsident hat klargestellt, dass der Iran weder Atomwaffen noch die Fähigkeit zu deren Herstellung besitzen darf und dass das Land kein Uran anreichern darf.“