USA und Iran: Ein Waffenstillstand, viele Deutungen

Die zweiwöchige Waffenruhe der USA mit dem Iran sorgt international für Erleichterung. Bundeskanzler Friedrich Merz dankte Pakistan für die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien. „Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln“, sagte Merz. Der Iran müsse nun wie angekündigt die Straße von Hormus öffnen. Trump hatte den Waffenstillstand in der Nacht auf Mittwoch kurz vor Ablauf einer Frist verkündet; er soll insgesamt zwei Wochen gelten. Man habe einen 10-Punkte-Plan vom Iran erhalten, auf dessen Basis man verhandeln wolle, sagte Trump. Der iranische Nationale Sicherheitsrat hat dem Waffenstillstand ebenfalls zugestimmt. Arabische Staaten melden jedoch weiter Raketenbeschuss aus dem Iran. Für wen diese Feuerpause ein Sieg ist und worüber ab Freitag zwischen den Kriegsparteien in Pakistan verhandelt wird, weiß Jörg Lau, außenpolitischer Korrespondent der ZEIT.

Dass im Rahmen der Feuerpause die Straße von Hormus wieder geöffnet werden soll, sorgte auf den internationalen Märkten zunächst für Entspannung. Nachdem wochenlang ein großer Teil des weltweiten Öls nicht verschifft werden konnte und die Ölpreise rasant gestiegen waren, fiel der Preis pro Barrel am Mittwoch teilweise auf unter 92 Euro, das tiefste Niveau seit fast zwei Wochen. Die genauen Bedingungen für die Öffnung der Meerenge sind dabei weiter unklar. Die Schiffe sollen die Meerenge nach iranischen Vorstellungen unter militärischer Kontrolle des Iran passieren. Die Regierung in Teheran fordert außerdem pro Schiff zwei Millionen Euro für die Durchfahrt. Das Geld soll mit dem Oman geteilt werden, der ebenfalls an die Meerenge angrenzt. Was bedeuten die Meldungen für die Weltwirtschaft? Und wann merken auch die Verbraucher etwas davon? Mark Schieritz, stellvertretender Leiter des Politikressorts der ZEIT, spricht über die wirtschaftlichen Folgen des Waffenstillstandes.

Junge Männer zwischen 17 und 45 Jahren müssen der Bundeswehr auch künftig vorerst keinen Auslandsaufenthalt melden. Das hat Verteidigungsminister Boris Pistorius klargestellt. „Alle dürfen selbstverständlich verreisen und brauchen derzeit dafür auch keine Genehmigung“, sagte Pistorius. Zuletzt hatte eine Passage des neuen Wehrdienstgesetzes für Aufsehen gesorgt, der zufolge Männer im relevanten Alter einen Auslandsaufenthalt von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen müssten. Mit einer Verwaltungsvorschrift will Pistorius noch in dieser Woche bewirken, dass diese Genehmigungspflicht vorerst ausgesetzt wird. Die entsprechende Passage soll laut dem
Verteidigungsministerium nur dann gelten, wenn der Wehrdienst nicht
freiwillig, sondern verpflichtend ist.

Und sonst so? Osterhasen verteilen Schlüssel zum Görlitzer Park.

Moderation und Produktion: Azadê Peşmen

Redaktion: Jannis Carmesin

Mitarbeit: Benjamin Probst und Lisa Pausch

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