USA legen Iran laut Berichten 15-Punkte-Plan z. Hd. Waffenruhe vor
Die US-Regierung soll Iran einen 15-Punkte-Plan für eine Waffenruhe vorgelegt haben. Teheran reagiert mit Spott. Unterdessen bereitet das Pentagon laut Berichten die Verlegung Tausender zusätzlicher Soldaten in den Nahen Osten vor.
Die US-Regierung hat der iranischen Regierung Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Kriegs unterbreitet. Pakistan habe als Vermittler den Vorschlag an Teheran weitergereicht, berichteten unter anderem die New York Times und das Portal Axios.
Gleichzeitig bereiten die USA laut Berichten die Verlegung Tausender zusätzlicher Soldaten einer Luftlandedivision in den Nahen Osten vor. Das US-Verteidigungsministerium, das die Trump-Regierung inzwischen Kriegsministerium nennt, ordnete der Washington Post zufolge die Verlegung von rund 3.000 Soldaten an, die New York Times sprach von rund 2.000 Soldaten.
Forderungen der USA
In dem Plan fordern die USA dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie die Abgabe von bereits angereichertem Uran.
Zudem solle die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Die Meerenge ist für den Welthandel von großer strategischer Bedeutung und wird derzeit von Iran weitgehend blockiert. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen Iran gelockert werden, wie etwa das Wall Street Journal berichtete.
Widersprüchliche Aussagen zu Verhandlungen
Die USA schlagen den Berichten zufolge eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Axios berichtete, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe Präsident Donald Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt. Unter anderem seien sie bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben.
Trump hatte zuvor behauptet, Iran wolle „unbedingt einen Deal abschließen“. Für die USA seien Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance an Verhandlungen beteiligt. Iranische Vertreter hätten den USA sogar ein Geschenk übermittelt, das zeige, „dass wir mit den richtigen Leuten sprechen“, so Trump.
Iran spottet und stellt eigene Forderungen
Aus Teheran heißt es indes offiziell, dass von Verhandlungen mit den USA überhaupt keine Rede sein könne. Iran konterte nun vielmehr mit eigenen Maximalforderungen.
Das Wall Street Journal berichtete über eine Antwort der Islamischen Revolutionsgarde auf den US-Vorstoß, die zahlreiche Forderungen umfassen soll. Dazu zählen demnach die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie Mautzahlungen aller Schiffe an Iran für die Fahrt durch die Straße von Hormus.
Ein Sprecher des iranischen Militärs reagierte auf die US-Bemühungen um ein Abkommen mit Spott. „Sind Ihre internen Konflikte so weit eskaliert, dass Sie mit sich selbst verhandeln?“, fragte Ebrahim Solfaghari im Staatsfernsehen an die USA gewandt.
„Unser erstes und letztes Wort war von Anfang an dasselbe und wird es auch bleiben: Jemand wie wir wird sich niemals mit jemandem wie Ihnen einigen“, sagte Solfaghari. „Stellen Sie Ihre Niederlage nicht als Abkommen dar.“ Die USA würden niemals in der Region investieren können, noch „die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen“.
Weitere israelische Angriffe auf Teheran
Israel ist nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen nicht an Gesprächen mit Iran beteiligt. Danny Danon sagte, soweit er wisse, sei Israel auch nicht Teil der angeblich geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. „Während wir hier sprechen, greifen Israel und die USA weiterhin militärische Ziele in Iran an, und wir werden das auch weiterhin tun“, so Danon.
Die israelische Armee startete in der Nacht eine neue Angriffswelle gegen Teheran. Die Angriffe zielten auf „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“, erklärte die israelische Armee im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven Irans auf Israel gemeldet.
Source: tagesschau.de