USA: ICE-Haftanstalt wegen verweigerter Medikamente zu Händen Kleinkind verklagt
Nach einer Klage wegen verweigerter medizinischer
Versorgung ist ein 18 Monate altes Mädchen zusammen mit seinen Eltern in den
USA aus einem Einwanderungsgefängnis entlassen worden. Dies geht aus einer im US-Bundesstaat
Texas eingereichten Klageschrift hervor. „Die kleine Amalia hätte niemals
inhaftiert werden dürfen. Sie wäre in Dilley fast gestorben“, sagte die
Anwältin der Familie, Elora Mukherjee.
Laut der Klageschrift befand sich die Familie seit Dezember
in einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde ICE im texanischen Dilley. US-Medienberichten
zufolge handelt es sich um eine Einrichtung, in der Eltern und Kinder wegen
mutmaßlicher Verstöße gegen Einwanderungsgesetze festgehalten werden.
Im Januar
wurde das Mädchen laut der Klageschrift schwer krank in ein Krankenhaus gebracht. Die Ärzte diagnostizierten
bei ihr Covid-19, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), eine virale
Bronchitis und eine Lungenentzündung. Das Mädchen verbrachte zehn Tage im Krankenhaus. Nach ihrer Entlassung erhielten die Eltern
ein Inhalationsgerät und ein Medikament für das Kind. Diese seien ihnen jedoch
bei ihrer Rückkehr von den Mitarbeitern des Haftzentrums abgenommen worden. Das
Heimatschutzministerium äußerte sich bisher nicht zu dem Fall.
Berichte über katastrophale Haftbedingungen
Die Eltern stammen aus Venezuela und leben der Klageschrift
zufolge seit 2024 in den USA. Das Mädchen ist mexikanische
Staatsbürgerin. Die Familie
beabsichtigt, in den USA Asyl zu beantragen.
Hunderte Kinder und Familien in der Haftanstalt in Dilley
hätten keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser, gesunder Nahrung, Bildung
oder angemessener medizinischer Versorgung und sollten freigelassen werden,
sagte Anwältin Mukherjee. Mehrere Menschen sind bereits in der Haft gestorben oder getötet worden. Die Einrichtung in dem Ort Dilley war zuletzt wegen der Inhaftierung eines Fünfjährigen in die Schlagzeilen geraten. Anfang der Woche gab es zudem einen Masernausbruch.