USA: FBI untersucht Haus von Journalistin jener „Washington Post“

Agenten der US-Bundespolizei FBI haben das Haus einer Journalistin der Washington Post durchsucht. Wie die Zeitung berichtete, fand dies im Rahmen von Ermittlungen gegen einen Vertragsmitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums statt. Diesem wird demnach die Weitergabe von Staatsgeheimnissen vorgeworfen. Die Angaben decken sich mit jenen von US-Justizministerin Pam Bondi, wonach die Durchsuchung auf Antrag des Verteidigungsministeriums im Rahmen einer Untersuchung wegen Geheimnisverrats erfolgt sei.

Bei dem Vorgang seien zwei Laptops, ein Handy und eine Smartwatch der Journalistin Hannah Natanson in ihrem Haus im US-Bundesstaat Virginia beschlagnahmt worden, berichtete die Washington Post. Weiter hieß es, die Zeitung beobachte und prüfe die Situation.

Der Pentagonmitarbeiter war vergangene Woche festgenommen worden und sitzt seitdem in Haft. Laut Washington Post handelt es sich dabei um einen Systemadministrator, der vom US-Verteidigungsministerium über eine Freigabe für die höchste Geheimhaltungsstufe verfügte. Ermittler hätten vertrauliche Dokumente in seiner Brotdose und in seinem Keller gefunden. Er sei daraufhin wegen unrechtmäßiger Aufbewahrung von Informationen zur nationalen
Verteidigung angeklagt worden. Eine Weitergabe dieser Informationen werde ihm
jedoch nicht zur Last gelegt.

Medienorganisationen kritisieren massiven Eingriff in Pressefreiheit

Die Journalistin Natanson hatte im Dezember über den umfassenden Stellenabbau in
Bundesbehörden und die inhaltliche Neuausrichtung unter Präsident Donald
Trump berichtet. Ihr droht den Angaben zufolge kein
Verfahren.

Medienorganisationen äußerten sich besorgt und warnten, die Hausdurchsuchung könne investigativen Journalismus bei Regierungsangelegenheiten erheblich beeinträchtigen. Der Präsident des Reporters Committee for Freedom of the Press sprach von einem massiven Eingriff in die Pressefreiheit.

Justizministerin Bondi hatte erst im April neue Vorgaben in diesem Rechtsbereich erlassen. Dadurch können Staatsanwälten mit Vorladungen und Durchsuchungsbefehle gegen Regierungsbeamte vorgehen, die unbefugt Informationen an Journalisten weitergeben.