US-Regierung lädt zu weiteren Ukraine-Gesprächen ein

Es schneit um das Weiße Haus in Washington.

Stand: 07.02.2026 15:56 Uhr

Die bisherigen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland haben keinen Durchbruch gebracht. Nun soll das nächste Treffen offenbar in den USA stattfinden. Washington erhöht derweil den Druck auf beide Seiten.

Nach den Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi haben die USA zu einer neuen Gesprächsrunde eingeladen – diesmal in den Vereinigten Staaten. Washington habe erstmals vorgeschlagen, dass sich die ukrainischen und russischen Unterhändler in den USA treffen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Das Treffen solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami stattfinden.

Am Donnerstag war die zweite Runde der Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi zuende gegangen. Einen Durchbruch gab es nicht. Kiew und Moskau vereinbarten jedoch erneut einen Gefangenenaustausch und kündigten eine Fortsetzung der Gespräche an.

Frist bis Sommer

Die USA haben der Ukraine und Russland nach Selenskyjs Aussagen nun eine Frist bis Juni gesetzt, um ein Abkommen über ein Ende des russischen Angriffskriegs zu erzielen. Sollte die Frist nicht eingehalten werden, werde Washington wahrscheinlich Druck auf beide Seiten ausüben, so der ukrainische Präsident.

Selenskyj bekräftigte den Willen der Ukraine, ein Ende des Krieges so schnell wie möglich erreichen zu wollen. Gleichzeitig betonte er, dass Kiew keine ausschließlich zwischen Moskau und Washington ausgehandelten Vereinbarungen akzeptieren werde, die die Ukraine beträfen. Eine Vereinbarung, die „über uns, ohne uns“ getroffen worden sei, sei für die Ukraine nicht annehmbar.

Donbass-Frage weiter ungeklärt

Zugleich äußerte Selenskyj Zweifel am entsprechenden Willen Russlands. „Wir vertrauen ihnen überhaupt nicht. Ihre Einstellung uns gegenüber hat sich nicht verändert.“ Den Krieg bis Juni beenden zu wollen, sei wahrscheinlich innenpolitisch motiviert, so der ukrainische Präsident.

Russland will die Kontrolle über die gesamte Region Donezk im Osten der Ukraine erlangen – auch über die Gebiete, die weiterhin ukrainisch kontrolliert sind. Kiew lehnt das entschieden ab und schlägt ein Einfrieren des Konflikts entlang des aktuellen Frontverlaufs vor.

Die USA sprechen sich dafür aus, die ukrainisch-kontrollierten Gebiete in Donezk zu einer Freihandelszone zu erklären, in der keines der beiden Länder militärische Macht ausübt. Von dieser Idee – betonte Selenskyj – seien allerdings weder Moskau noch Kiew „begeistert“.

Source: tagesschau.de