US-Präsident Trump voll des Lobes z. Hd. Bundeskanzler Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz (links) und US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus

Stand: 03.03.2026 • 21:46 Uhr

Er ist der erste Staatsgast bei US-Präsident Trump seit Beginn des Iran-Kriegs: Bundeskanzler Merz kam im Weißen Haus zwar kaum zu Wort, durfte sich jedoch viel Lob vom Republikaner anhören. Andere Europäer wurden hart kritisiert.

US-Präsident Donald Trump hat die Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz bei dessen Besuch im Weißen Haus hoch gelobt und sich für die deutsche Haltung zum Iran-Krieg bedankt. Er nannte Merz einen „Freund“ und attestierte dem Kanzler, ein „ausgezeichneter Anführer“ zu sein. Im Gegensatz dazu kritisierte Trump Großbritannien und Spanien harsch, weil er von den beiden mehr Unterstützung im Iran-Krieg erhofft habe.

Deutschland habe sich, im Gegensatz zu anderen NATO-Partnern wie Großbritannien und Spanien, „großartig“ verhalten, sagte Trump. „Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten.“ Er verwies darauf, dass Spanien den USA untersagt hat, Luftwaffenstützpunkte auf seinem Territorium zu nutzen. Deutschland hingegen habe kein Problem damit, dass die USA den Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein für die Angriffe nutzen.

Trump droht spanischer Regierung

Trump sagte, niemand könne den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Wenn die USA wollten, könnten sie Spaniens Stützpunkte auch ohne Erlaubnis nutzen. „Sie waren unfreundlich.“ Deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, „alle Deals“ mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar.

Merz, der insgesamt nur rund drei Minuten Redezeit während des mehr als halbstündigen öffentlichen Teils des Treffens im Weißen Haus hatte, stimmte in die Kritik an Spanien ein. Der Bundeskanzler tat dies aber nur mit Blick auf die Weigerung des Landes, sich auf das gemeinsam vereinbarte Ziel zu den NATO-Verteidigungsausgaben zu halten. „Spanien ist das einzige Land, das dazu bisher nicht bereit ist“, sagte Merz.

Harte Worte auch Richtung London

Den britischen Premierminister Keir Starmer hatte der US-Präsident schon in den vergangenen Tagen mehrfach kritisiert – und das im Gespräch mit Merz indirekt erneut. „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun.“ Den Vergleich zum legendären britischen Premierminister, dem große Verantwortung am Sieg der Alliierten im Zeiten Weltkrieg zugerechnet wird, führte Trump sogar zweimal an. Das Verhalten der Briten sei „schockierend“.

Hintergrund dürfte sein, dass Großbritannien den USA britischen Medien zufolge zunächst verweigert hatte, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Erst am Sonntagabend lenkte Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang.

Die deutsche Bundesregierung schließt eine Beteiligung an der Militäraktion gegen Iran aus – anders als Frankreich und auch Großbritannien, die Kriegsschiffe zur Abwehr von Raketen und Drohnen in die Region schicken. Trump versicherte mit Blick auf Deutschland: „Wir fordern sie nicht auf, Bodentruppen zu entsenden oder irgendetwas in der Art zu tun.“

Merz kritisiert nicht, sondern fordert Perspektive

Merz versuchte im Oval Office den Eindruck zu erwecken, dass er mit Trump bei den Zielen des Angriffs auf Iran weitgehend auf einer Linie sei. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss“, sagte er. Konkreter wurde er zu den Kriegszielen der USA nicht.

In den vergangenen Tagen hatte er zwar Verständnis für die Angriffe geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. „Das ist nicht ohne Risiko“, hatte Merz gesagt. Man wisse nicht, zu welcher Eskalation in der Region die harten iranischen Gegenschläge führen würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne.

In Washington betonte der Kanzler nun die gemeinsame Linie im Umgang mit dem Iran, verwies aber auf die Bedeutung eines „Tages danach“ – die Notwendigkeit, bereits jetzt über politische Perspektiven und Sicherheitsstrukturen für die Zeit nach dem Konflikt zu sprechen.

Trump kündigt Geleitschutz für Öltanker an

Mit Blick auf die rasant angestiegenen Ölpreise sagte der Kanzler, er hoffe auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs. Dieser solle „so bald wie möglich“ enden. Der Krieg schade der Wirtschaft, so Merz weiter. Trump rechnet laut eigener Aussage mit sinkenden Ölpreisen, sobald der Militäreinsatz gegen den Iran beendet ist, „sogar tiefer als zuvor“, wie er mutmaßte.

Wenig später schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, die USA planten vergünstigte Risikoversicherungen und Garantien für Reedereien, um für „die finanzielle Sicherheit des gesamten Seeverkehrs“ zu sorgen. Falls erforderlich, werde die US-Marine Öltankern außerdem Geleitschutz durch die Straße von Hormus gewähren.

Der Kanzler wies außerdem darauf hin, dass die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs nicht aus dem Blick geraten dürften. Trump versicherte, dass seine diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges weit oben auf seiner Prioritätenliste stünden.

Source: tagesschau.de