US-Pläne für jedes Grönland: Mette Frederiksen spricht von grundlegenden Differenzen mit den USA

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat sich bei den Außenministern von Dänemark und Grönland für ihre Teilnahme an Gesprächen mit den USA bedankt. Es sei kein einfaches Treffen gewesen, teilte Frederiksen auf Facebook mit. Sie wolle den beiden Ministern dafür danken, dass sie die Standpunkte des Königreichs klar und deutlich vertreten und den amerikanischen Behauptungen entgegengetreten seien. „Das war wichtig.“ Das Krisentreffen
mit Beteiligung von US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident
JD Vance war am Mittwochabend ergebnislos geendet
.

Nun werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, „in der wir darüber diskutieren werden, wie die Sicherheit in der Arktis gestärkt werden kann“. Das ändere jedoch nichts „an der grundlegenden Uneinigkeit“. Denn die US-amerikanischen Bestrebungen, Grönland zu übernehmen, seien nach wie vor vorhanden. „Das ist natürlich eine ernste Angelegenheit, und deshalb setzen wir unsere Bemühungen fort, um zu verhindern, dass dieses Szenario Wirklichkeit wird.“

Gemeinsame Militärübung auf Grönland

Frederiksen ging auch auf Dänemarks Präsenz vor Ort und gemeinsame Militärübungen mit Verbündeten ein und bedankte sich bei ihnen dafür. „Die Verteidigung und der Schutz Grönlands sind eine gemeinsame Angelegenheit der gesamten Nato-Allianz.“ 

An den Übungen nimmt auch die Bundeswehr mit einem kleinen Kontingent von dreizehn Soldaten teil. Sie sollen am Freitag auf der Arktis-Insel eintreffen. „Wir haben uns
nach weiteren Absprachen mit Dänemark entschieden, heute zunächst nach
Dänemark (Karup) zu fliegen“, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Die Bundeswehrsoldaten sollen dann am Freitag „mit
dem dänischen Erkundungsteam und weiteren Partnern“ nach Grönland
fliegen. „Aus unserer Sicht ist der gemeinsame Flug ein starkes Zeichen
unserer Geschlossenheit.“

„Die Nato wird das nicht zulassen“

„Russland und China nutzen die Arktis zunehmend
militärisch und stellen damit die Freiheit der Verkehrs-,
Kommunikations- und Handelswege in Frage“, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). „Die Nato wird dies
nicht zulassen und auch weiterhin für die regelbasierte internationale
Ordnung eintreten.“ Entscheidend bei der Erkundungsmission sei eine enge Abstimmung „innerhalb der Nato, insbesondere mit unseren US-Partnern“.

Das Ministerium betonte mit Blick auf die Erkundungsmission,
es gehe „darum, die Möglichkeiten der Gewährleistung der Sicherheit mit
Blick auf russische und chinesische Bedrohungen in der Arktis zu
eruieren“. Dies erfolge „auf Einladung und unter der Führung unserer
dänischen Bündnispartner“.

Auch Frankreich, Schweden und Norwegen wollen
sich an der Übung beteiligen. Hintergrund sind US-Drohungen zur Übernahme
Grönlands. US-Präsident Donald Trump hielt zuletzt an solchen Plänen fest. Er schloss auch
den Einsatz militärischer Mittel nicht aus. Trump begründete seine Pläne mit Sicherheitsinteressen in der Arktis und verwies auf
zunehmende Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region.