US-Ölembargo: Mexiko schickt mehr wie 800 Tonnen Hilfsgüter nachher Kuba
Inmitten der durch US-Sanktionen verschärften Energiekrise auf Kuba sind zwei mit Hilfsgütern beladene Schiffe der mexikanischen Marine auf der Insel eingetroffen. Anfang Februar – nach erneuten Zolldrohungen durch die USA – hatte die mexikanische Regierung humanitäre Hilfe für Kuba angekündigt. Erreicht haben die Insel zwei Schiffe mit 536 Tonnen Lebensmitteln und etwa 277 Tonnen Milchpulver sowie Hygieneartikel.
Auch Russland bot nach eigenen Angaben Hilfe an. „Wir sind im Kontakt mit unseren kubanischen Freunden und wir beraten
Varianten, ihnen Hilfe zu leisten“, sagte der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow
der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro sind die Beziehungen
zwischen den USA und Kuba angespannt, seit Jahren befindet sich der Inselstaat in einer schweren Wirtschaftskrise. Kuba hat sein Öl in den vergangenen Jahren bislang hauptsächlich aus Venezuela
bezogen. Diese Lieferungen wurden jedoch gestoppt, nachdem US-Truppen
Anfang Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen
genommen hatten. Ende Januar hatte US-Präsident Donald Trump mit Zusatzzöllen für Waren aus allen Ländern gedroht, die Kuba noch Öl liefern. Angesichts der
Energiekrise haben Kubas Behörden auch drastische Sparmaßnahmen ergriffen.
Krankenhäuser haben ihre Dienstleistungen reduziert, Busse und Züge
fahren seltener und in der öffentlichen Verwaltung gilt eine
Vier-Tage-Woche.
Russische Fluggesellschaften streichen Strecke nach Kuba
Auch die staatsnahe russische Tageszeitung Iswestija unter Berufung auf die russische Botschaft in Kuba von möglichen Öllieferungen nach Kuba als humanitäre Hilfe berichtet. Russland hoffe auf einen konstruktiven Dialog mit den USA, sagte Putins Sprecher der Agentur Tass zufolge. Eine Eskalation in Form amerikanischer Zölle wolle Russland vermeiden, es habe zurzeit aber auch keinen besonders umfangreichen Handel mit den USA.
Die Energieblockade wirkt sich laut dem kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel auf Verkehr, Krankenhäuser, Schulen, Tourismus und Lebensmittelproduktion aus. Kubanische Luftfahrtbehörden hatten Fluggesellschaften Anfang der Woche gewarnt, auf Kuba gebe es nicht genug Treibstoff, um Flugzeuge aufzutanken.
Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa beklagte laut Tass Schwierigkeiten für russische Touristen. Zwei russische Fluggesellschaften hatten am Vortag
mitgeteilt, dass Reisende nur noch aus ihren kubanischen Urlaubszielen
nach Russland zurückgeflogen würden. Ab dem 24. Februar sollen alle weiteren Flüge auf der Strecke zwischen Kuba und Moskau gestrichen werden.